Vigeland Park in Oslo
Der Vigeland Park und der Bildhauer Gustav Vigeland
Als Gustav Vigeland am 12.3.1943 starb, hinterließ er der Nachwelt ein beispielloses künstlerisches Werk darunter 1600 Skulpturen, 1200 Zeichnungen und rund 400 Holzschnitte. Doch das Werk, das ihn berühmt gemacht hat entstand in einem 40 Jahre dauernden Schaffungsprozess. Es handelt sich um die größte Figurensammlung, die von einem Menschen alleine jemals geschafft wurde. Der rund 32 ha große Park, ein Teil der norwegischen Hauptstadt Oslo wurde nach seinem Künstler benannt: der Vigeland-Skulpturenpark.
Gustav Vigeland stammte aus der kleinen südnorwegischen Stadt Mandal und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh wurde er an die Arbeit mit Holz, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts der wichtigste Werkstoff in Norwegen war, gewöhnt, denn sein Vater war Möbelschreiner. Obwohl Gustav in der Schnitzkunst unterwiesen wurde, war ihm sehr früh klar, dass er Bildhauer werden wollte. Er studierte aus sich heraus und beschäftigte sich mit der Kunst der antike, die Literatur und zeichnete man immer konnte.
Vigeland musste sich durch Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten, verfolgte aber sein Ziel, Bildhauer zu werden, stetig weiter. Dank einiger Stipendien war es ihm möglich in den folgenden Jahren zu reisen und sich in der Kunstszene zu orientieren. Paris war eine seiner wichtigsten Stationen, wenn ihr begann er mit der Arbeit an Figuren, die den menschlichen Körper zum Thema hatten. Männer, Frauen, Kinder-einzeln oder in Gruppen, das war schon damals das beherrschende Thema seiner Kunst. Nach einem ersten Erfolg im Jahre 1894 anlässlich seiner ersten eigenen Ausstellung folgt eine Reise nach Deutschland. Hier wird die strenge seiner Arbeiten, die die Einfachheit aber auch Monumentalität seiner Skulptur zugrunde gelegt wie sich aus dem Zitat "jeden Tag sehe ich ein, dass die Skulptur strenger werden muss", das aus dieser Zeit überliefert ist, geschlossen werden kann.
Ab dem Jahr 1907 beschäftigte sich Vigeland dann mit jenen Figuren, die wir heute im Skulpturenpark in Oslo sehen können. Ein außergewöhnliches Abkommen mit der Stadt Oslo, die ihm ein Atelier und ein wenig Unterhalt bis ans Lebensende bezahlte, gestattet es ihm, ungestört an diesem monumentalen Figurenwerk zu arbeiten. Im Gegenzug erhielt die Stadt Oslo die Zusage, dass alle Werke Vigelands in den Besitz der Stadt übergehen. Der Vigeland-Skulpturenpark ist ein Teil des Frogner-Parks und zugleich eine der wichtigsten und am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten der norwegischen Hauptstadt Oslo. Der Eintritt ist nach wie vor frei und der Park kann sowohl durch den Haupteingang als auch von den Seiten her betreten werden. Nähert man sich der Anlage vom Middelthuns Gate her ist das erste, das man von den Figuren Vigeland sieht die riesige Fontäne. Sie bildet im ungefähren das Zentrum des gesamten Parks. Ein Blick nach rechts zeigt den Rosengarten und dem berühmten Monolith, ein Blick nach links, die Brücke, das Besucherzentrum und den Haupteingang mit dem monumentalen Toren, die Vigeland selbst geschaffen hat.
1930 begannen die Arbeiten nach einem handgezeichneten Plan des Künstlers und die ersten Skulpturen wurden 1939 im Park aufgestellt. Die Fontäne wurde 1947 fertig und nach und nach schuf Vigeland alle Figuren die heute entlang der rund 850 m langen Achse des Parks stehen. Obwohl diese Gradlinigkeit des Parks vermuten lässt, das Ganze wirkte starr und fest gefügt merkt der Besucher schon nach kurzer Zeit, dass es Vigeland gelungen ist eine Einheit aus Forum, Monumentalität, Einfachheit und der Natur zu schaffen.
Die Fontäne
Die gewaltige Fontänenanlage, inmitten eines kleinen Rosengarten des, dessen Gewächse bedingt durch das nordische Klima eher zerbrechlich wirken, besitzt in ihrer Mitte eine gigantische Schale, die von mehreren Männern unterschiedlichen Alters getragen wird. An den vier Ecken des Wasserbeckens, dass dieses Zentrum umgibt befinden sich insgesamt 20 Skulpturen, deren Deutung nicht im ersten Moment gelingt, sieht man doch Bäume und Menschen. Beim ersten hinsehen lässt sich nicht genau sagen ob die Bäume die Menschen, oder die Menschen die Bäume umgeben - alles ist miteinander verschmolzen. Vigelands Idee war es die Vereinigung von Mensch und Natur darzustellen und darüber hinaus das Leben an sich. Pflanzen und Menschen sind lebende Wesen auf dem Planeten Erde, keiner kann ohne den anderen auskommen. Jeweils fünf dieser Gruppen bilden eine Ecke des Wasserbeckens, das seinerseits noch mit 60 Bronzereliefs rund um den gesamten Beckenrand gestaltet ist. Diese Reliefs schuf Vigeland zwischen 1906 und 1936. Die Themen dieser Reliefs sind sehr unterschiedlich doch lassen sie sich mit der Überschrift "Mensch und Tier" zusammenfassen.
Wendet sich der Besucher nun nach rechts zeigen sich die verschiedenen Ebenen, in denen sich der Park Richtung Monolith bewegt. Insgesamt sind es drei Terrassen die zum Glücks., einem ovalen Platz mit 120 m Durchmesser führen. Im Zentrum dieses Platzes befindet sich eine Zirkeltreppe insgesamt 36 Kampfgruppen, die strahlenförmig angeordnet sind und den Blick auf den Monolithen, das Zentrum der gesamten Anlage richten. Hier wird einem die Monumentalität in Vigelands Werk deutlich und ebenso die Mühsal, die der Künstler bei der Arbeit mit dem harten Granit gehabt haben muss. Die meisten Figuren sind überlebensgroß und dennoch von faszinierender Schlichtheit. Verblüffend sind die Details in den Gesichtern, den Körpern und den Beziehungen, in denen die Figuren zueinanderstehen. Es sind durchweg nackte Personen dargestellt Frauen, Männer und Kinder, die unterschiedlich gruppiert wurden..
Der Monolith
nähert man sich den Monolithen, wird man unweigerlich an das antike Vorbild eines Obelisken geändert, doch dieser Gedanke verflixt schnell beim Anblick der 17 m hohen Säule auf der 121 menschliche Figuren unterschiedlichen Alters dargestellt sind und die Säule komplett bedeckten, ja ausmachen. Alle Figuren sind aus einem einzigen Steinbrocken geschaffen, so dass die Säule sehr schnell den Namenmonolith bekam. Vigeland schuf zunächst das Modell und drei Künstler, die Vigeland zu arbeiteten verbrachten das Werk zwischen 1929 und 1943 nach seinen Plänen. Besonders schön ist der Abschluss des Monolithen. Er besteht aus kleinen Kindern. Im Zusammenhang mit den Monolithen im Skulpturenpark ist folgende Anmerkung des Künstlers überliefert: die Steinbrocken schildern das Leben, die Säule die Welt der Fantasie. Die Steinbrocken kann deshalb jeder verstehen, die Säule darf jeder auslegen wie er will ."
Geht der Besucher entlang der Hauptachse des Parks auf der Rückseite des Monolithen weiter so endet die Anlage mit dem Lebensrad, jener gigantischen Gruppe aus sieben Bronzefiguren, die 1934 entstanden und vier Erwachsene und drei Kinder zeigen.
Die Brücke
Der zweite Teil der Besichtigung im Skulpturenpark führt nun von der zentralen Fontäne nach links, Richtung Haupteingang. Hier befindet sich die rund 100 m lange und 15 m breite Brücke auf dem Brückengeländern befinden sich 58 Bronzefiguren und Gruppen. Männer spielen hier mit ihren Söhnen, Frauen mit ihren Töchtern, Väter mit ihren Kindern, Kinder miteinander und symbolisieren die vielfältigen Beziehungen in Familien. Auch erotische Motive sind darunter. Eines haben alle Skulpturen gemeinsam; sie wirken lebensnah und lebendig, temperamentvoll und besinnlich, fröhlich und zornig, sind sportlich und manchmal allzu menschlich. Die berühmteste der 58 Figuren ist die kleine Figur eines etwas täglichen jungen, der weinend und mit Wut verzerrtem Gesicht mit den Füßen aufstampft. Das brachte ihm den Namen "Trotzköpfchen" ein. Vigeland zeigt sowohl in Sandsteinfiguren als auch den Bronzewerken sehr deutlich männliche wie weibliche Geschlechtsorganen und auch unterschiedliche körperliche Besonderheiten, wie sie jeder Mensch aufzuweisen hat.
Der Haupteingang
wer von der Brücke aus Richtung Haupteingang geht sieht linkerhand demnächst das Besucherzentrum und dann fünf große Portale und zwei kleinere Seitentore, gegen Haupteingang des Tages bilden. Vigeland schuf die Tore zwischen 19 26. neunter 27 in den Portalen sind die Drachen und Fabeltiere dargestellt. Dies könnte eine Anspielung auf den mittelalterlichen Glauben an diese ungeheuer in Norwegen sein.
Abschließend und zusammenfassend kann sich der Besucher in Vigeland Museum über das Werk Gustav Vigelands informieren. Ein kurzer Fußweg von der Brücke aus oder dem Haupteingang führt zu der Anlage die 1947 geöffnet wurde und das Werk Vigeland enthält. Hier kann man seine Entwicklung, seine Zukunftsvisionen, seine Fantasien und sein ganzes Denken und Handeln am besten nachvollziehen. Für den Besuch des Vigelandparks sollte man, je nach gewünschter Intensität des Besuches, 1 bis 2 Stunden einplanen für das Museum noch einmal dieselbe Zeit.
Neben Edvard Munch, Edvard Grieg Hendrik Ibsen gehört Gustav Vigeland ohne Zweifel den größten Künstlern, die Norwegen hat. Gustav Vigelands Urne ist in dem Turm eingelassen, den man über dem Haupteingang des Museums sehen kann und unter dem sein Atelier liegt, der ist also im Tod in sein größtes Kunstwerk, den Skulpturenpark zurückgekehrt.







