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Urlaub in Venedig
Städtereisen sind nach wie vor äußerst beliebt. Mal kurz ein paar Tage aussparen, gut essen gehen, sich in einem schönen Hotel verwöhnen lassen und nicht zuletzt Geschichte und Kultur, wie man konzentriert in den historischen Stätten in Europa finden kann, mache einen solchen Kurzurlaub interessant. Ein Wochenende oder eine Woche, mit und ohne Halbpension, Unterkünfte vor der Jugendherberge bis zum Luxushotel, flexibler geht es kaum. Geradezu Ostern ist der Aufenthalt in Venedig für viele auch deshalb interessant, weil die Lagunenstadt auch von Deutschland aus mit dem Zug oder dem Auto ideal zu erreichen ist. Rund um Venedig sind auch viele große Campingplätze zu finden. Auch wenn es schwer ist und die Ostertage herum einen Standplatz zu bekommen, besteht dennoch die Möglichkeit und man ist sein eigener Herr und unabhängig von einem Teil. Die Camping Alternative dürfte für Familien interessant sein.
Bevor wir uns die Schönheiten der berühmten Stadt näher anschauen darf nicht verschwiegen werden, dass Venedig bereits zu normalen Zeiten im Jahresablauf d. h. außerhalb der Ferienzeiten, aus allen Nähten platzt. Das gilt erst recht in der Karwoche und an den Ostertag. Auf der anderen Seite erlebt man Venedig an diesen Tagen in voller Aktion. Ich kann mich an einen Aufenthalt vor einigen Jahren am Karfreitag in Venedig der inneren. Die Plätze und Straßen waren zwar voll mit Menschen, aber abseits der Touristenströme konnte man die Kirchen hervorragend besichtigen. An diesen Tagen stehen sie offen, niemand verlangt Eintrittsgelder und das Fotografieren, das üblicherweise mit Einschränkungen behaftet ist, war an diesem Tag kein Problem.
Venedig ist ohne Frage eine Stadt der Kirchen - und wer Renaissance und Barock liebt, der sollte unbedingt einmal eine "Kirchentour" in der Lagunenstadt unternehmen. Gleiches gilt für Kunstliebhaber. Ein Besuch in der Karwoche ist durchaus also empfehlenswert immer dann, wenn man abseits der Touristenströme der Hauptsehenswürdigkeiten bleibt und nicht unbedingt in Museen gehen will, die an diesen Tagen natürlich geschlossen sind.
Die Verkehrsverbindungen nach Venedig außerhalb der Stadt sind so gut, dass man empfehlen kann, sich eine Pension oder ein Hotel am Stadtrand oder wenige Kilometer von Berlin entfernt zu suchen. Hier sind vor allen Dingen die Preise deutlich niedriger, was Familien entgegenkommt. Auch das Essen in der Trattoria in einem der kleinen Dörfern Venetiens ist schmackhafter und deutlich billiger als in der Stadt selbst. Hier kocht die Frau des Hauses oft noch selbst. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit dem Bus oder auch dem Zug, kann man dann sehr schnell nach Venedig hineinfahren und sich den ganzen Tag dort aufhalten. In der Stadt selbst sind die Wassertaxis das bevorzugte Verkehrsmittel. Sie bieten 2 Vorteile: zum einen fahren sie regelmäßig zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und sind günstig, zum anderen hat man die Chance vom Boot aus die Kanäle und Bauwerke aus einer anderen Perspektive zu sehen. Eine zweite Empfehlung für Venedig ist, einmal eine Rundfahrt mit den Wassertaxis zu unternehmen und sich von Station zu Station und Linie zu Linie fortzubewegen. Man kommt lediglich alternativ zu sehen.
Für einen Aufenthalt in der Lagunenstadt gilt generell alle Angebote zu meiden, die direkt an den Sehenswürdigkeiten. Sie sind immer maßlos überteuert und oftmals von schlechter Qualität. Diese Erfahrung habe ich oft unter vielen Reisen machen müssen. Das fängt schon damit an, wenn man das einmalige Flair des Markusplatzes genießen will. Liegt der Markus Dom der weltberühmte Kampanile unweit auch der Dogenpalast. Wenn man sich hier in einem der Cafés, deren Sitzgelegenheiten bis in die Platzmitte reichen niederlässt und nur einen Kaffee bestellt ist das ein teures Unterfangen kann die Urlaubskasse schon gleich in der ersten Stunde nachhaltig schädigen. Im Internet kann man mit vielen Menschen Kontakt bekommen, die sich einen Spaß daraus machen zu fragen wie teuer denn der Kaffee derzeit auf dem Markusplatz ist. Ich selbst habe Preise von 12 und sogar schon von 15 € pro Tasse in Erfahrung gebracht. Das ist kein Osterscherz sondern die Realität an den großen Sehenswürdigkeiten Venedigs. Das gleiche gilt für alle Dienstleistungen in der Nähe der Sehenswürdigkeiten und auch für alle Restaurants. Muss man für eine Pizza mit Rotwein und einem Salat über 50 € zahlen, wenn man auf dem Markusplatz zu essen wünscht, so sind die Preise einige Kanäle weiter in Seitenstraßen, die den kleinen privat geführten Trattorias durchaus zivil, die Speisen deutlich besser. Auch der Kauf von Souvenirs unterliegt denselben Gesetzmäßigkeiten - an den Sehenswürdigkeiten alles zu teuer - billigere Preise schon ein bis zwei Straßen weiter.
Venedig ist eine uralte Stadt. Der Tradition zufolge wird das Entstehen der Republik Venedig auf den 25. März 421 festgelegt. An diesem Tag soll der 1. Grundstein für eine Kirche gelegt worden sein. In einer so geschichtsträchtigen Stadt wie Venedig sind die Wissenschaftler und Archäologen rund um die Uhr und seit Jahrhunderten damit beschäftigt die wahre Geschichte der Stadt zu klären. Für den interessierten Besucher sind andere Zahlen von Bedeutung Venedig entstand auf zahllosen kleinen Inseln in der Lagune.
Das reizvolle an Venedig ist die Verbindung dieser Insel durch Kanäle und Entsprechende Brücken. 350 Brücken sollen es sein, die noch bis 1480 aus Holz erbaut war heute aber durch Steinbrocken mit Rundbogen ersetzt sind und ein Stück des Bildes ausmachen, dass die Touristen so an der Stadt schätzen. Der größte Kanal und zugleich der berühmteste ist der Canale Grande. Erst rund 3,8 km lang und zwischen 30 und 70 m breit.
Doch bevor man den Canale Grande mit seinem Renaissancepalästen und der berühmten Rialtobrücke befahren kann, fährt das Wassertaxi zunächst Richtung Innenstadt. Linker Hand sieht man dann die Kirche San Giorgio Maggiore. Einer der berühmtesten venezianischen Baumeister Andrea Palladio schuf die Entwürfe 1610. Die Kirche ist seither ein Postkartenmotiv Venedigs, denn vom Markusplatz aus und von jeder weiteren Stelle der Promenade entlang des Ufers an der Lagune kann man die Kirche sehen, die im Inneren Werte des weltberühmten Malers Tintoretto besitzt: 'Das letzte Abendmahl' und 'Der Mannaregen'.
Fast alle Wassertaxis halten an der Station, die unweit der Kirche liegt und so ist es von hier aus kein Problem zum gegenüberliegenden Dogenpalast und zu Markusplatz zu gelangen. Schon von weitem kann man die imposante Fassade des Palastes sehen, der Jahrhundertelangsitz der Dogen war, die Stadt und die Republik Venedig unter dem Zeichen des Löwen regierten und ihren Einflussbereich erweiterten. Der 1. Dogenpalast wurde bereits im 9. Jahrhundert erbaut. Eine Erweiterung erfolgte 1172. 1301 erbaute man einen neuen Palast, er wiederum in der Folgezeit mehrere Veränderungen unterworfen war.
Das heutige Erscheinungsbild des Palastes geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Während der obere Teil der Anlage sehr kompakt wirkt, wird die 1. Etage mit ihren zahllosen Spitzbögen im Renaissancestil fast spielerisch leicht. Dieser Eindruck setzt sich nach unten hinfort oh erneut zahlreiche Bögen und eine Arkade die Fassade des Palastes immer wieder unterbrechen. Der Sonnenschein leuchten die fast weißen Gesteine der großen Bauwerke rund um den Markusplatz ganz besonders farbenprächtig.
Ich steige aus dem Wassertaxi aus, und stehe an der Promenade unweit des Dogenpalasts. Hier spielt sich das Leben ab und Tausende von Touristen flanieren hier von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Ich wende mich zunächst dem Markusplatz selbst zu. Zu Recht wird der Markusplatz als architektonische Schmuckstücke Italiens bezeichnet und gehört mit Sicherheit zu den schönsten Plätzen der Welt. Die Grundstruktur des Platzes ist über all die Jahrhunderte gleich geblieben, das macht auch den Reiz dieser Fläche inmitten der Lagunenstadt aus. Die Bauwerke rund um den Platz entstanden zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert unterweisen 50 und Bögen und zwei Arkaden auf.

Der Dom wurde 830 begonnen und noch im 11. Jahrhundert im heutigen Stil umgestaltet. Man sieht byzantinisch/orientalischen Einfluss und die Kirche mit ihren zahllosen Kuppeln ist prachtvoll mit Mosaiken ausgeschmückt. Die Basilika mit 76,5 m Länge und 51,75 m Breite weist die vom eines griechischen Kreuzes auf und verfügt über 500 Marmorsäulen. Als drittes wichtiges Bauwerk auf dem Markusplatz steht der Markusturm (Kampanile, Campanile). Auch er hat eine lange und vor allem bewegte Geschichte. Nachdem der Vorgängerbau im Jahre 1902 eingestürzt war, errichtete man zwischen 1905 und 1912 den heutigen 99 m hohen Turm, der unbestritten das weithin sichtbare Wahrzeichen genehmigt ist und den nahezu jeder Mensch auf der Erde kennt, ohne jemals in Venedig gewesen zu sein.

Ich gehe noch etwas an der Promenade entlang und erreichte linker Hand eine Brücke, von der aus man in einen Kanal hinein schaut. Diese Ansicht gehört zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Venedigs, denn hier sieht man die Seufzerbrücke. Fast jeder Tourist bleibt hier stehen um die geschichtsträchtige Konstruktion zu bewundern und auch die Gondeln die oftmals unter dieser Brücke hindurch fahren. Die Brüder dieser Brücke ist nicht auf ihrer Schönheit zurückzuführen, sondern eher auf ihren merkwürdigen Namen. Von Dogenpalast aus füllt die Brücke nämlich direkt in das ehemalige Staatsgefängnis. Hier saßen prominente Gefangene und auch weniger bekannte Verurteilte Täter. Alle hatten eines gemeinsam, sie mussten von den Zellen zum Verhör im Dogenpalast durch diese Brücke gehen konnten dabei einen Blick in den Kanal und auf die Freiheit in der Lagune werfen - so manchem sollte dabei, wie die Legende berichtet, ein Seufzer entwichen sein. Auch Giacomo Casanova, der in den Bleikammern des Dogenpalastes einsaß und dem es schließlich gelang, aus diesen zu fliehen, ist hier mit Sicherheit oftmals hindurchgegangen. Im Zusammenhang mit dem Dogenpalast kann ich daher noch eine Empfehlung geben: in regelmäßigen Abständen werden Touren durch die Geheimnisse des Dogenpalastes angeboten. Hier sieht man die Räume, in denen die Verhöre stattfanden, die Besucher dürfen die Prachträume und Empfangssäle besichtigen und schließlich ist ein Besuch in den Bleikammern inklusive sowie der Gang durch die Seufzerbrücke.
Noch ein Stück entlang der Promenade in Richtung Lagune und man sieht auf der linken Seite eine kleine Kirche, wer die meisten Touristen achtlos vorübergehen - Santa Maria della Pieta. Schon 1346 wurde an dieser Stelle ein Waisenhaus für Mädchen gegründet. 1733 kam es dann zum Bau der heutigen Kirche, die für Venezianer Verhältnisse sehr einfach ist, da das Waisenhaus nur wenig Geld das aus. Dass die Kirche heute im Sommer immer wieder für Barockkonzerte genutzt wird, ist der Tatsache zu verdanken, dass der Berühmte Komponist Antonio Vivaldi zwischen 1703 und 1709 Hauskomponist am Ospedale della Pieta war. Die schönsten Melodien des Komponisten standen also für die Mädchen des Waisenhauses.

Doch nun habe ich zunächst ein von Geschichte und Bauwerken. Ich kaufe ein Eis und lasse mich durch die Straßen treiben - besser gesagt über die Brücken und Kanäle. Hier kann man die Gondeln von Venedig bewundern und manche der Gondoliere singen dabei - dem Gondoliere, dem ich zugehört habe kann man bescheinigen, dass er mit Sicherheit mit einer Gondel gut umgehen kann - ein guter Sänger war jedenfalls nicht. Es wird still. Je weiter man vom Markusplatz entfernt ist, je enger werdende Gassen, je ruhiger die Leute und man sieht immer weniger Touristen. Jetzt bin ich mit den Venezianer allein. Es gibt wunderschöne kleine Renaissance-und Barockpaläste zu sehen, auf einem engen Kanal folgt wieder der Blick in eine der Hauptverkehrsstraßen Venedigs und unvermittelt stehe ich vor der Rialtobrücke.
Auf diese Brücke zu gehen ist ein Muss für jeden Besucher. Von hier aus hat man die wohl bekannteste Ansicht des Canale Grande. Wahrzeichen an dieser Stelle ist die große Gruppe der Kirche Santa Maria della Salute auf der rechten Seite und die schönsten Renaissancefassaden Venedigs auf der linken. Hier an der Brücke haben sich Dutzende von Souvenirhändlern versammelt. Die Preise sind gesalzen, die Souvenirs dafür aber umso origineller. Hier entstand das Bild der venezianischen Maske, die ein typisches Souvenir ist, aber zu Zeiten des Karneval in der Stadt immer noch Verwendung findet.
Venedig ist als eine Stadt, in der man sich treiben lassen kann, durchaus abseits der Menschenmassen. Für kulturhungrige Reisende ist die Stadt sowieso eine Selbstverständlichkeit sowie für alle, die gerne gute Museen besuchen. Seitdem das Gran Teatro la Fenice nach einem schweren Brand seine Vorstellungen wieder aufgenommen hat, kann man hier auch für den Abend noch einen Opernbesuch einplanen. Das Innere gehört zu den schönsten Theaterräumen der Welt umfasst 1500 Zuschauer. Viele weltberühmte Opern wurden hier uraufgeführt und nahezu alles, was in der Opernszene Rang und Namen hat, steht hier auf der Bühne.
Wer am Abend aber lieber etwas ganz anderes machen möchte, dem sei eine der kleinen Plätze und Innenhöfe empfohlen, die überall in Venedig am Abend Versammlungsort der einheimischen sind. Hier wird Wein getrunken, zusammen gegessen oder unterhält sich über dies und das und die neuesten Nachrichten aus dem Viertel. Wer den Trubel ganz entfliehen möchte, dem empfehle ich sich am Abend in die Außenbezirke Venedigs zu begeben und einfach an der Lagune einen Sonnenuntergang zu genießen. Venedig ist eine Stadt, in der man Urlaub machen kann oder aber eine klassische Städtereise - und das nicht nur zu Ostern!
