Tuerkei
Türkei
Die Türkei - Das Tor zwischen Orient und Okzident
Das Gebiet der heutigen Türkei am Schnittpunkt zwischen Orient und Okzident war schon immer, bedingt durch diese Lage, ein Schmelztiegel der Kulturen. Zahlreiche Kriege wohl um die Vorherrschaft in diesem Teil der Erde geführt. Kaum ein Land im vorderen Orient ist europäischer und doch so orientalisch-islamisch wie die Türkei. Von den Hochblütezeiten alter Kulturen und Zivilisationen, angefangen bei den Hethitern bis hin zu den Osmanen - das Staatsgebiet der heutigen Türkei war immer ein Durchgangsland zwischen Ost und West - politisch, wirtschaftlich und kulturell. Aktuell gerät die Türkei wegen dieses Umstandes immer wieder in die Schlagzeilen auf der einen Seite ein Land mit Weltstädten wie Istanbul und Urlaubszielen wie Antalia, Bodrum und Canakkale, die am internationalen Reisegeschäft partizipieren, auf der anderen Seite ein Land, das nicht von seinen Traditionen lassen will - und seien sie auch noch so streng und unzeitgemäß.
Und dennoch: in kaum einem anderen Land rund um das Mittelmeer sind die Menschen besuchen gegenüber gastfreundlicher und hilfsbereiter als in der Türkei. Nicht zuletzt deshalb zählt sie zu den bevorzugten Urlaubsländern nicht nur deutscher Reisender.
Die allermeisten Touristen haben ihre erste Begegnung mit dem Staat am Bosporus in Istanbul. Das moderne Istanbul ist eine geschäftige und kosmopolitische Stadt, erfüllt von Verkehrslärm aber voll von historischen Bauwerken und Zeugnissen der Vergangenheit. Nicht wenige dieser Sehenswürdigkeiten haben Geld wie die Hagia Sophia, der Topkapipalast, die Blaue Moschee oder die großen Basare der Altstadt.
Reisen in die Türkei bieten sich als Studienreisen, in Kombination mit Städtereisen und Badeaufenthalten an der türkischen Riviera an. Vor allem die türkische Riviera ist ein geniales Urlauberparadies. Ihr scheint de facto fast das ganze Jahr über die Sonne und selbst im November sind die Wassertemperaturen noch immer so, dass man gerne ein Bad im Meer nimmt. Darüber hinaus lagen hier herrliche Landschaften, archäologische Ausgrabungsstätten und einsame Buchten zu interessanten Urlaubstagen ein. Side mit seinem gewaltigen Theater, die Ruinen der Stadt Aspendos oder die Akropolis von Perge sind die bevorzugte Reiseziele für historisch interessierte Gäste.
Wer einfach nur am Strand liegen möchte findet rund um den Ort Bodrum und entlang der so genannten "Türkisküste" idealer Urlaubsziele. Die Nähe zu den griechischen Inseln Und Rhodos sowie Kalymnos gestattet auch einen Kurztrip in das Nachbarland Griechenland.
Wer auf den Spuren der Bibel wandeln möchte sollte Ephesos einen Besuch abstatten. Die Kuretenstrasse, die Bibliothek, die Thermen und das große Theater sind hier sehenswert. Zusätzlich hat man die Gewissheit dass schon der heilige Paulus hier entlanggegangen ist. Weiter im Nordwesten liegt Pergamon, jener Ort, von dem der berühmte Pergamonaltar stand, der heute auf der Berliner Museumsinsel zu bewundern ist. Den Spuren Heinrich Schliemanns können kunsthistorisch interessierte Besucher in der Stadt Troja folgen oder mit einem Schiff durch den Dardanellen und das Mamma mehr nach Istanbul reisen.
Der unbekannte Osten des Landes ist nicht minder interessant, wenn auch ungleich schwieriger zu bereisten. Hochgebirge wie das Hochland von Anatolien oder Gebirgszüge wie der Antitaurus und im Norden das Pontische Gebirge zeigen das Land von seiner wilden Seite mit all seinen Naturschönheiten. Der bekannteste Berg, der Ararat, bringt auch immer häufiger Bergsteiger in dieser Region. Hier war es, wo der Überlieferung nach, Noah mit seiner Arche vor der biblischen Sintflut strandete und das Leben von Mensch und Tier gerettet wurde. Frühe christliche Zeugnisse stellen auch die Felsenwohnungen von Göreme dar. Die über Jahrhunderte durch Winderosion entstandenen Kegel zählen heute zu den großen Touristenattraktionen des Landes.
Trotz der langen Geschichte, die sich auf dem Staatsgebiet der heutigen Türkei geeignete, ist das Land geprägt durch die Reformen Kemal Atatürks, der Vater der Nation ist. Als ich am 29 Oktober 1923 die türkische Republik etablierte, stand der neu gegründete Staat direkt am Anfang seiner Geschichte vor dem Problem, dass ihn noch heute maßgeblich beschäftigt. Auf der einen Seite will man als moderner westlicher Staat anerkannt werden der progressiv ist, auf der anderen Seite sollen die Zeugnisse der Geschichte und uralte Traditionen erhalten bleiben.
Das Problem, Reformen und gesellschaftliche Veränderungen bis in die kleinsten Dörfer Anatoliens zu bringen und durchzusetzen hat sich seit der Staatsgründung nicht verändert, sondern ist eher noch augenscheinlicher geworden. Diese Probleme teilen die türkische Gesellschaft in drei Gruppen: die erste Gruppe, meist in den Großstädten zu finden, lebt in einer modernen Gesellschaft, die sich den Werten und Zielen der Europäischen Union so weit angenähert hat, dass ein Beitritt möglich erscheint. Eine weitere Gruppe der türkischen Bevölkerung möchte den Anschluss an das 21. Jahrhundert nicht verpassen, aber nur so wenig der althergebrachten Lebensweise aufgeben, wie unbedingt nötig. Ein anderer Teil der Bevölkerung, es handelt sich hier meist um die ländliche Bevölkerung und die Menschen, die im einsamen Osten des Landes leben, kennt die moderne Türkei der Städte Ankara und Istanbul nur vom Hörensagen oder aus dem Fernsehen. Das tägliche Leben wird nach wie vor bis in die Familien hinein von den jahrhundertealten Riten und Traditionen sowie der Religion bestimmt. Konflikte sind daher vorprogrammiert und treten immer dann zu Tage, wenn der moderne türkische Staat versucht an diesem traditionellen Fundamenten durch neue Bestimmungen und Gesetze etwas zu verändern.
Eine Reise in die Türkei ist als Badeurlaub einfach zu schade und man sollte auf jeden Fall einige der den meisten Touristenhochburgen angebotenen Ausflüge buchen und ein wenig mehr Urlaubsland mitnehmen, als das üblicherweise an den Stränden möglich ist.
