Europa
Der Bosporus - Meerenge zwischen Europa und Asien
Der Bosporus ist eine der am meisten befahrenen Wasserstraßen der Welt. Der Bosporus trennt die beiden Kontinente Europa und Asien, liegt am Schnittpunkt zweier Kulturkreise und dennoch ist es nirgendwo so einfach von einem auf den anderen Kontinent zu wechseln wie hier. Zahllose Fährverbindungen und Touristenschiffe befahren täglich den Wasserweg und wechseln dabei ganz selbstverständlich den Kontinent.
Der Bosporus bietet eine Vielzahl historischer Bauwerke, die an seinen Ufern entlang einer Strecke von 31,7 km liegen. Obwohl die Hügel auf beiden Seiten des Bosporus kaum mehr als 200 m hoch sind, bietet sich dem Besucher eine einzigartige Landschaft mit Klippen, schroffen Küstenabschnitten, grün bewachsenen Abhängen und Buchten in denen kleine Dörfer fast wie vergessen liegen. Wer den Bosporus von Norden her befährt d.h. vom Schwarzen Meer kommend, der spürt bereits nach wenigen Minuten Fahrt die Nähe der Millionenmetropole Istanbul, deren höchste Wolkenkratzer sich am Horizont andeuten.
Der Bosporus ist durchschnittlich zwischen 50 und 120 m tief. Seine Breite liegt zwischen 660 m bei der Festung Rumeli Hisar und 3,4 km vor der Öffnung der Wasserstraße ins Schwarze Meer. Für die Schifffahrt ist der Bosporus kein einfaches Revier. Nicht nur durch den massiven Schiffsverkehr sondern auch durch die starken Strömungen, deren Geschwindigkeiten sehr stark schwanken können, sind die Kapitäne mitunter vor große Herausforderungen gestellt. Während die Strömung vom Schwarzen Meer Richtung Istanbul an der Oberfläche verlaufen, liegen sie vom Marmarameer kommend in rund 40 m Tiefe und fließen in die Gegenrichtung.
Die Anrainerstaaten am Schwarzen Meer haben mit dem Bosporus die Möglichkeit relativ einfach das Mittelmeer und durch die Straße von Gibraltar den Atlantik zu erreichen. So ist der Bosporus für Rumänien, Bulgarien, die Ukraine, Russland und selbst für die Menschen Anatoliens ihre Lebensader, aber auch die Chance auf einen kurzen Erholungsurlaub in Istanbul oder den malerischen Dörfern und Landschaften an der Südküste des Schwarzen Meers und der Metropole Istanbul.
Obwohl die Meerenge bereits uralt ist entstand das heutige Aussehen erst vor rund 7500 Jahren. Der Bosporus wird in neuen Theorien auch mit der biblischen Sintflut in Verbindung gebracht. Durchaus ernst zu nehmende Wissenschaftler sind der Meinung, dass sich der Ort dieser biblischen Katastrophe hier beim Eintritt ins Schwarze Meer befunden hat. Dieser Theorie zu Folge stieg der Wasserspiegel des Mittelmeers im 7. Jahrtausend vor Christus derart an, dass sich die Senke des Bosporus in rasendem Tempo mit Wasser füllte, der heutige Graben entstand und das Wasser schließlich ins Schwarze Meer einbrach. Selbst in der Mythologie spielt der Bosporus eine Rolle. Der früher in einigen Sprachen verwendete Name „Rinderfurt“ geht auf die Sage zurück der Göttervater Zeus habe seine Geliebte Io in eine Kuh verwandelt, um sie vor dem Zorn seiner Frau Hera zu schützen. Io durchschwamm den Bosporus und seither hieß die Meerenge „Rinderfurt“. Sicher ist, dass der Bosporus durch seine Geschichte hindurch immer ein Ort für militärische Aktivitäten war. Seine strategisch wichtige Lage machte ihn zur bevorzugten „Beute“. Jeder Machthaber hätte gerne die Kontrolle über die Wasserstraße gehabt. Aber der Bosporus sorgte mit seiner Geologie und den Strömungen auch dafür, dass es nicht jedem gelang ihn zu überqueren. So dürften Europa viele Angriffe von Feinden aus Asien erspart geblieben sein, weil der Bosporus die Kontinente voneinander trennt.
Die nördliche Einfahrt in die „Meerenge“, der türkische Name „Boğaz“ bedeutet „Schlund“ ist durch zwei Leuchttürme gekennzeichnet, den Europäischen Leuchtturm (Rumeli Feneri) und dem Anatolischen Leuchtturm (Anadolu Feneri). Jeweils ein Dorf gleichen Namens und eine Festung prägen das Bild dieser Einfahrt, die besonders reizvoll in den Mittags- und frühen Nachmittagsstunden ist. Beide Ufer sind nun im Sonnenlicht und voraus kann man als Fotograf sehr reizvolle Gegenlichtaufnahmen bekommen. Grün bewachsene sanfte Hügel, an den Ufern manchmal etwas schroff und immer wieder kleine Dörfer begleiten die Ausflugsboot und Kreuzfahrtschiffe auf ihrem Weg Richtung Istanbul.
Das Dorf Anadolu Kavagi und die Festung Yoroz Kalezi Die imposanten Festungsruinen oberhalb des Dorfes Anadolu Kavagi lassen sich unschwer in die byzantinische Epoche datieren. In früheren Zeiten nannte man die Festung auch „Genueser Schloss“. Die Anlage befindet sich an einem neuralgischen Punkt des Bosporus, an einer seiner engsten Stellen und so ist es nicht verwunderlich, dass besonders diese Orte schon in frühester Zeit militärisch geschützt werden mussten. Im 14. Jahrhundert hatten die Genueser versucht sich auf der Festung niederzulassen, nachdem sie diese eingenommen hatten. Dazu kam es jedoch nicht. Schon in der Antike befand sich an dieser Stelle eine griechische Kolonie, so dass sie an deren Stelle in der Umgebung einen Tempel zu Ehren des Göttervaters Zeus errichteten. Von den Tempelanlagen ist heute nichts mehr zu sehen, wenn in der Folgezeit wechselten die Machtverhältnisse in diesem Gebiet des Bosporus immer häufiger und es kam zu militärischen Auseinandersetzungen, Belagerungen und Eroberungen bis schließlich 1453 die Burg endgültig osmanisch wurde. Die osmanischen Sultane befestigten die Anlage immer weiter und rüsteten sie mit Batterien von Kanonen aus. Im 19. Jahrhundert verlor die Festung ihre Bedeutung und verfiel zunehmend. Heute sind das Dorf Anadolu Kavagi und die Festung Yoroz Kalezi beliebtes Ausflugsziel für die Einwohner Istanbuls und die zahlreichen Touristen.
Die Ufervillen Entlang der Wasserstraße sind die Dörfer und Städte sowie im weiteren Verlauf auch die Stadtteil Istanbuls bis direkt an die Ufer des Bosporus gebaut. Bei der Fahrt vom Schwarzen Meer nach Istanbul sieht man vornehmlich auf der linken Seite farbenprächtige Kulissen dieser Ortschaften, die ihm die steil abfallenden Hänger gebaut sind. Wer es sich leisten konnte, baute sich bereits im 18. Jahrhundert eine Villa an die schönsten Stellen entlang des Bosporus. Dies hat sich im 19. Jahrhundert fortgesetzt und ließ eine Fülle von „Ufervillen“ entstehen, die alle in unterschiedlichen Baustilen errichtet sind. Die Variationsvielfalt reicht dabei von rustikalen Landhäusern aus Holz bis zum luxuriösen Anwesen mit eigenem Swimmingpool und einer Bootsanlegestelle. Auch heute noch verfügt die Oberschicht Istanbuls nicht selten über solche Immobilien.
Die Bosporusbrücken Bereits im Jahre 1950 gab es erste Entwürfe für eine Bosporusbrücke mitten in der Stadt Istanbul. Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung der Türkei legte man am 20.2.1970 den Grundstein für diese direkte Verbindung zwischen Europa und Asien. Zum ersten Mal rollte der Verkehr am 29.10.1973 über die neue Brücke, die nach dem Staatsgründer Kemal Atatürk benannt ist. Sie ist 1560 m langen und 33 m breit, die freie Spannweite zwischen den Türmen beträgt 1074 m und die Türme erreichen eine Höhe von 165 m. Um auch großen Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen befindet sich die Fahrbahn 65 m über dem Meeresspiegel. In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts zeigte sich dann, dass die Atatürkbrücke den Anforderungen des zunehmenden Verkehrs in der Millionenstadt Istanbul künftig nicht mehr gewachsen sein würde. So entstand die Idee zum Bau einer zweiten Bosporusbrücke, die zur ersten Brücke wird, wenn der Besucher den Bosporus vom Schwarzen Meer aus Richtung Istanbul befährt. Der Baubeginn für die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke war am 29.5.1988, dem 535. Jahrestag der Eroberung des Landes durch die Osmanen. Ihre Gesamtlänge beträgt 1510 m bei einer Breite von neun und 39 m. Die Spannweite zwischen den Pfeilern beträgt 1090 m.
Die Festung Rumeli Hisari Fast wie verbunden mit der Brücke wirkt die Festung Rumeli Hisari. Sie liegt auf dem europäischen Ufer direkt hinter dem Brückenpfeilern und der Betrachter hat einmal mehr den Eindruck, dass sich im Bosporus die Zeiten und Kulturen begegnen und die miteinander verschmelzen. Der osmanische Eroberer Fatih Sultan Mehmet ließ die Anlage direkt gegenüber einer Festung auf der asiatischen Seite abbauen, die 1393 entstanden war. Rumeli Hisari wurde 1452 errichtet und es arbeiteten rund 3000 Menschen an dem Bauwerk, das in Rekordzeit von nur vier Monaten vollendet wurde. Die Konstruktion ist bemerkenswert, denn es handelt sich um verschiedene Wehrtürme mit Mauern und einander verbunden sind und unterschiedlich hoch in die Hänge gesetzt sind. Auf dem Bild sieht man im unteren Teil den 12eckigen Halil-Pascha-Turm mit einem Durchmesser von 24 m und einer Höhe von 33 m. Noch imposanter ist der Zaganos-Pascha-Turm. Erliegt 57 m hoch im Hang und gestattet einen weiten Rundblick für die vielen Besucher, die alljährlich das Kanonenmuseum besichtigen, das sich in der Anlage befindet. Darüber hinaus finden in den Sommermonaten kultureller Veranstaltungen in der Festung statt.
Die Ortaköy Moschee Mit dem Bosporus vom Schwarzen Meer kommend gefahren hat erreicht nun die Kemal-Atatürk-Brücke. Direkt hinter der Brücke beginnt der Stadtteil Ortaköy, die für sein pittoreskes Erscheinungsbild berühmt ist. Die gleichnamige Moschee ist ein gutes Beispiel für die osmanische Baukunst des 19. Jahrhunderts. Sultan Abdülmecid gab die Moschee in Auftrag, die nach Plänen von Nikogos Balyan bis 1855 fertig gestellt wurde. Besonders schön sind die Proportionen des quadratischen äußeren und den beiden dahinterliegenden Minaretten, die auf diese Weise besonders schlank und hoch aufragend wirken. Ortaköy ist ein Treffpunkt der jungen Generation, hier finden sich viele Boutiquen in Geschäfte, Cafés und Restaurants der Blick auf die Bosporusbrücke bringt viele Gäste hierher.
Der Çırağan-Palast Unweit der Ortaköy-Moschee liegt auf der europäischen Seite des Bosporus im Stadtteil Beşiktaş ein lang gestreckter Palast, der ursprünglich 1805 entstanden ist. Zuvor war der Vorgängerbau, der seit dem 17. Jahrhundert in Privatbesitz war, abgerissen worden. Maßgeblich war es Sultan Mahmud II., der in der Anlage residierte. Zweimal noch wurde ein an dieser Stelle stehender Palast von den jeweils regierenden Sultanen abgerissen, um jedes Mal eine noch prächtigeren Bau an dieselbe Stelle zu setzen. Erst 1857 war die Anlage in ihrem heutigen Bild fertig gestellt. Anfang des 20. Jahrhunderts diente der Palast kurzzeitig als Parlamentsgebäude, bis er 1909 niederbrannte. Danach verblieb die Ruine an den Ufern des Bosporus, bis sie 1987 zu einem Luxushotel der Fünf-Sterne-Klasse wieder auf-und umgebaut wurde. Seither gehört das Hotel zu den besten Hotels der Welt.
Der Dolmabadce Palast 13 Jahre dauerten die Bauarbeiten bevor der Palast fertig wurde, den Sultan Abdülmecit I. bei dem damals bekannten Baumeister Karabet Balyan in Auftrag gegeben hatte. Heute ist der Dolmabace Palast eine der am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten in der gesamten Türkei. Hier verstarb am 10. November 1938 der Vater der Türkei Mustafa Kemal Atatürk und machte damit den Palast zu einem Wallfahrtsort für alle Türken. Es waren augenscheinlich europäische Vorbilder die als Grundlage für den Palast dienten. Die Osmanischen Herrscher suchten Kontakt zum Westen und die Notwendigkeit sich auch entsprechend zu präsentieren wurde immer deutlicher in den Jahren, als der Palast entstand. Marmor, Alabaster, 40 Tonnen Silber und 14 Tonnen Blattgold im Inneren, Möbel aus Paris, Kristall aus Venedig, zahllose Teppiche, Gemälde und Porzellan wurden zur Ausschmückung und Gestaltung des Palastes aufgewendet, der sich insgesamt auf einer Fläche von 250000 qm ausdehnt. Legendär ist der große Saal mit seiner Kuppel und dem Kronleuchter mit einem Gewicht von 4,5 Tonnen. In ihm erstrahlen 750 Lampen. Der Kronleuchter war ein Geschenk der britischen Königin Victoria und gilt heute als das Prunkstück der Palastausstattung.
Der Leanderturm Dass der Turm, der rund 200 m vom Bosporusufer entfernt steht zwei Namen besitzt, ist auf die Legenden zurückzuführen, die sich um diesen Ort ranken. Einst soll ein Kaiser hier seine Tochter eingeschlossen haben, da man ihm vorausgesagt hatte, dass seine Tochter eines Tages eines unnatürlichen Todes sterben würde. Die Legende berichtet weiter, dass das Mädchen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sterben musste, weil sich eine Hexe Zugang zum Turm verschafft hatte. In ihrem Korb für die sie eine Schlange mit sich, durch deren Biss die schöne Prinzessin ihr Leben verlor. Seither wird der Turm im Volksmund "Mädchenturm“ genannt. Die zweite Legende bezieht sich auf eine Begebenheit in der Mythologie. Ihr zufolge lebte Hero, die Priesterin der Aphrodite an dieser Stelle. Als ihr Geliebter, Leander, eines Nachts besuchen wollte und den Bosporus durchschwamm, hatte er als einzigem Wegweiser nur die Lampe, die seine Geliebte ihn entgegenhielt. Starker Wind blies die Lampe erlöschen und so ertrank Leander in den Fluten. Seither wird der Turm „Leanderturm“ genannt.
Die geschichtlichen Fakten sind weniger zweifelhaft als diese Legenden. Demnach soll bereits im fünften Jahrhundert v. Chr. an dieser Stelle eine erste Festung errichtet worden sein. Es wird auch von einer Kette berichtet, die über den Bosporus von dieser Stelle ausgespart war, um alle diejenigen zu kontrollieren, die Zugang in die Stadt Erlangen wollten. Das heutige Bild entstand erst im 19. Jahrhundert. Mahmut II. Gab es in Auftrag und nutzte es in der Folgezeit, ebenso wie die nachfolgenden Herrscher, nicht selten als Gefängnis. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde der Turm restauriert und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Sie befindet sich ein Café und ein Restaurant und die Aussicht von der Turmspitze lohnt auf jeden Fall einen Besuch.
Die großen Moscheen Hagia Sophia und die Sultan Achmet Moschee Wer den Bosporus von Nord nach Süd durchquert hat, den erwartet zum Ende der Fahrt ein besonderer Höhepunkt, die Passage vorbei an den beiden Moscheen, die die Wahrzeichen der Stadt Istanbul sind. Die Hagia Sophia, die Kirche der Heiligen Weisheit gehört zu den gewaltigsten Bauwerken der Welt und gilt noch heute als Wunderwerk der Baukunst und Statik. Am 10. Oktober 416 wurde die Kirche erstmals durch einen Gottesdienst ihrer Bestimmung übergeben. Der Bauherr war der byzantinische Kaiser Theodosios. Jahrhundertelang blieb die Kirche, die lange Zeit auch die größte Kirche der Welt war, ein christliches Gotteshaus. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wanderte man die Kirche in eine Moschee um, in der am 3. Juni 1453 zum ersten Mal ein Freitagsgebet in Anwesenheit des Eroberers Sultan Mehmet abgehalten wurde. Vom Bosporus aus kann man die große Zentralkuppel und die vier Minarette deutlich sehen, ein Besuch dieser Moschee gehört zum Pflichtprogramm jedes Istanbulaufenthalts. Zahllose Touristen bewundern hier jeden Tag eine einmalige Sammlung von Kunstwerken und Mosaiken, Bildern und Skulpturen.
Nicht minder bedeutsam ist die Moschee des Sultan Ahmet, besser bekannt unter dem Namen "Blaue Moschee“. Sie wurde zwischen 1609 und 1616 errichtet. Die Moschee ist gleichzeitig auch die Grabstelle ihres Erbauers. Der Name Blaue Moschee wird vermutlich daher, weil die Mehrzahl der rund 21.000 Fayencen im Inneren von blauer Farbe sind. Wenn der Besucher den Innenraum betritt überrascht ihn meist die Dunkelheit im Inneren. Die relativ kleinen Fenster befinden sich an den Seiten und in den Kuppeln, sind farblich gestaltet und lassen so nur relativ wenig Licht in den großen Gebetsraum. Erst nach einigen Minuten, wenn das Auge sich an die Dunkelheit gewöhnt hat erkennt man die Pracht und die kunstvolle Ausgestaltung der Bögen, Säulen, Nischen und Kuppeln. Die Passage vorbei an der blauen Moschee auf dem Bosporus ist ein besonderes Erlebnis und man kann die sechs Minarette sehr deutlich erkennen. Die Blaue Moschee ist die einzige Moschee weltweit, die sechs Minarette besitzt. Wer mit dem Schiff den Bosporus befährt, kann an einer Stelle einen kurzen Moment alle Minarette hinter einander liegend erleben, so dass der Eindruck entsteht, die Moschee besäße nur zwei Minarette.
Nach der Passage der Moschee in öffnet sich der Bosporus in das Marmarameer und eine der schönsten Schiffsfahrten der Welt hinterlässt bei jedem einen unvergesslichen Eindruck.
Bilder zu Bosporus










Die Kathedrale in Sevilla (Spanien)
Die Kathedrale von Sevilla gehört zweifelsohne zu den größten architektonischen Meisterleistungen auf dem europäischen Kontinent. Zugleich ist die die flächenmässig größte Kathedrale der Welt, wenn auch nicht die größte Kirche der Erde. Den Almohaden, die einst aus Nordafrika kommend, Spanien erobert hatten, ist dieses Bauwerk zu verdanken, denn sie errichteten eine gewaltige Moschee, deren Ausmaße sich beim Blick auf die heutige Kathedrale erahnen lassen. Das Gotteshaus ist 126,18 m lang, 82,60 m breit und an der höchsten Stelle 30,48 m hoch. Als Ferdinand III., den man auch den Heiligen nennt am 23. November 1248 die Stadt Sevilla von den Mauren zurückeroberte zog auch das Christentum mit ihm in die altehrwürdigen Mauern ein und die ehemalige Hauptmosche wurde jetzt zur Kathedrale. Augenscheinlich blieben in der Gesamtanlage deutlich sichtbar, der Orangenhof, der zur Zeit der Araber der Innenhof der Waschungen gewesen war und die Giralda, der heutige Turm der Kathedrale, der aus dem Minarett der Moschee entstanden ist.
Insgesamt lassen sich in der Architektur Kathedrale von Sevilla sieben Baustile nachweisen: der Stil der Almohaden, Gotik, Spätgotik, Renaissance mit platereskem Stil, die Renaissance mit Manierismus, Barock und Neugotik. Natürlich spiegeln die Kirche und der gesamte Komplex heute all die Veränderungen und Zerstörungen wider, die Jahrhunderte hinterlassen haben. Auslöser für massive Veränderungen an der Architektur der Mauren waren die Erdbeben, die 1356 und 1395 die Stadt erschütterten und das Gotteshaus schwer beschädigten.
Wer bei einem Besuch in Sevilla durch den Innenraum der Kirche geht fängt an zu glauben, was der Volksmund über den Entschluss mitteilt, der zum Bau der Kathedrale so wie wir sie kennen, geführt haben soll. Das Domkapital soll, so die Legende, zu Beginn des 15. Jhs. beschlossen haben eine Kirche zu bauen bei deren Anblick man die Domherren für wahnsinnig halten wird, die das geplant und in Auftrag gegeben haben. Es existiert ein Grundstein, der 1403 durch Erzbischof Alonso de Egea geweiht wurde, so dass der Baubeginn für diesen Zeitraum gesichert erscheint. Da das gewaltige Bauwerk inmitten der Altstadt liegt und von großen Gebäuden wie dem erzbischöflichen Palast und dem Alcazar umgeben ist, hat der Besucher, vor allem wenn es darum geht, einen größeren Teil des Äußeren zu fotografieren, Schwierigkeiten das gewünschte Motiv zu ergattern. Den schönsten Blick, der zugleich auf zahllosen Postkarten verewigt ist, hat man vom Plaza de los Reyes. Hier lässt sich die Giralada am besten fotografieren. Ebenso interessant sind die Plaza del Triunfo, die Avenida de la Constitucion und die Calle Alemanes. Aus den Blickwinkeln, die man aus diesen Straßen erhält lassen sich Teile der Kirche und Details aufnehmen und besichtigen. Der Bau der Kathedrale begann nicht, wie sonst üblich, mit der Apsis d.h. mit dem gen Osten ausgerichteten Abschluss der Kirche sondern mit der Westfassade. Hier finden sich drei Tore, das Portal der Taufe, das Portal von Maria Himmelfahrt und das Geburtsportal. Sie lassen bereits die Größe des Innenraums erahnen.
Der Innenraum ist in fünf Schiffe unterteilt, die "Naves" genannt werden. Im Norden die "Nave Evangelio" und die "Nave San Pedro". Im Zentrum des Raumes die "Nave Principia", im Süden die "Nave San Pablo" und die "Nave de la Epistola". Insgesamt tragen sechs und 36 rautenförmige Säulen den Raum, der aus insgesamt 68 Gewölben besteht. Rund 100 Jahre dauerten die Bauarbeiten, denn erst am 11. Mai 1507 die Kathedrale geweiht. 10 Baumeister haben an der Kathedrale gearbeitet und sie zu einem Gesamtkunstwerk werden lassen. Von Westen her richtet sich der Blick nun in das Langhaus, in dessen Mitte sich der Chorraum befindet, im spanischen "Trascoro" genannt. Der Chorraum, über dem sich auf beiden Seiten auch die Doppelorgel befindet, ist das Herzstück des Langhauses. Dahinter öffnet sich der Altarraum um das große Retabel. Dieser Bereich wird durch das kunstvoll geschmiedete Gitter vom übrigen Raum abgetrennt. Es entstand in der Werkstatt von Fray Francisco de Salamanca zwischen 1518 und 1529.
Egal wohin der Blick innerhalb der großen Kathedrale von Sevilla gerade schweift, was immer das Auge gerade sieht, es ist kunstvoll, wertvoll und zum Teil einzigartig. Nicht umsonst wird die Kathedrale auch als Schatzkammer Spaniens bezeichnet. Wenn der Besucher durch eines der großen Kirchenschiffe, vorbei am Chorraum im Süden gegangen ist, erreicht er die Puerta Principe. Sie ist meist geöffnet und helles Tageslicht scheint grell in den halb dunklen Kirchenraum. Dieses Licht lässt das Hochgrab, das sich direkt hinter diesem Portal befindet meist nur wie eine Silhouette erscheinen und das Auge muss sich zunächst an diesen Eindruck gewöhnen. Wer näher kommt erkennt vier lebensgroße Figuren, die einen Sarkophag tragen. Die Figuren stellen vier Herolde dar, die die Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra symbolisieren. Hier ist der berühmte Seefahrer Christoph Kolumbus beigesetzt, so erfahren die Besucher bei den Kirchenführungen regelmäßig.
Ob der Entdecker allerdings wirklich in dem Sarkophag liegt, ist bis heute nicht eindeutig bewiesen, denn auch neueste DNA-Untersuchungen konnten diesen Sachverhalt nicht abschließend klären. So handelt es sich bei der Grabstätte um eine von drei weltweit bekannten Gräbern von Christoph Kolumbus. Die beiden anderen befinden sich in der Kathedrale von Havanna auf Kuba und in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Die sterblichen Überreste des Seefahrers haben eine Odyssee hinter sich. Als Kolumbus im Jahre 1506 im spanischen Valladolid starb, machte man seinen Leichnam in der Folgezeit nach Sevilla. Von dort wurde er 1596 nach Santo Domingo überführt und gelangte schließlich am Ende des 19. Jahrhunderts in die Kathedrale von Havanna auf Kuba. 1898 schließlich wurde Kolumbus wieder nach Sevilla gebracht. Während all der Reisen dürfte der Leichnam nicht unversehrt geblieben sein, so dass es heute schwierig ist herauszufinden, ob die sterblichen Überreste, die sich im Sarkophag in der Kathedrale von Sevilla befinden, tatsächlich die von Kolumbus sind.
Das Herzstück der Kathedrale ist das Retabel. Mit einer Höhe von 20 m und einer Breite von 18 m handelt es sich um den höchsten Altaraufsatz der Christenheit und ein Meisterwerk der Kunst in Europa. Insgesamt 28 Abschnitte fassen das Leben Christi zusammen. Dazu sind 189 Skulpturen geschaffen worden. An den Seiten wird das Kabel durch die Figuren der 12 Apostel begrenzt, den Abschluss nach oben hin setzt die Figur, die im Volksmund "Christus der Millionen" genannt wird - so viele Sünden soll er bereits vergeben haben. Besonders schön gearbeitet ist auch das große Tabernakel aus Silber. Es entstand in den Werkstätten von Franzisco de Alfaro zwischen 1593 um 1596. Das Retabel ist deutlich älter. 1482 war es Pyeter Dancart aus Flamen, der den Entwurf schuf dafür ausgewählte Hölzer verwendete. Somit ist das Kunstwerk aus gotischer Zeit, wenn auch die Arbeiten bis 1564 dauerten. Mittlerweile ist das Retabel gereinigt und restauriert und erstrahlt in gewohnter Pracht.
Der Besucher muss sich nun einmal umdrehen, um den prachtvollen Chorraum auch von dieser Seite zu bewundern. Er ist durch ein Gitter vom übrigen Raum getrennt, das Fray Francisco de Salamanca zwischen 1518 1523 geschaffen hat. Der Chor ist 20 x 14 m groß und besitzt ein wertvolles Chorgestühl aus Ebenholz, das in gotischem Olivares Diehl entstanden ist. Insgesamt sind es 117 Stühle, einer davon für den König. Das Rollstühlen war 1478 fertig gestellt und noch heute lesen wir über den Künstler, der dieses Werk vollbrachte in der Inschrift des königlichen Stuhls: "diesen Schuf Nufru Sanchez, Bildschnitzer, den Gott fand...“ Wie in jedem spanischen Coro befindet sich auch in Sevilla ein riesiges Korb brüllt in der Mitte. Es ist eine Arbeit von gleich drei Bildhauern: Juan Martin Bautista Vázquez und Francisco Hernandez aus den Jahren 1562-1565. Besonders schön ist der kleine, von vier Säulen getragene Baldachin oberhalb des eigentlichen Pultes. Hier befindet sich eine Madonnenstatue mit Kind von Bautista Vazquez.
Nicht nur für Organisten aus aller Welt sondern auch für Musik interessierte Touristen sind die beiden Orgeln der Kathedrale von Sevilla interessant. Für die einen mehr als Blickfang, für die anderen Musikalisch-beruflichen Interesse. Es handelt sich um eine, in Spanien typische, Doppelorgeln (Epistel/Evangelien-Orgel). Während die Orgel Gehäuse im 18. Jahrhundert nach Entwürfen von Luis Vilches gefertigt wurden, ist das Orgelwerk im Inneren der Orgel Gehäuse in der romantischen Epoche zwischen 1901 und 1903 entstanden. Leider wurde die Orgel 1973 elektrifiziert. Dieser zwar den Vorteil, dass man beide Orgelseiten von einem zentralen Spieltisch im Chorraum aus spielen kann, die Ästhetik zweier mechanischer Orgeln, wie sie in der Zeit des 18. Jahrhunderts üblich waren, ging damit aber verloren. Keineswegs nur der Kathedralraum sondern auch die umliegenden Räume sind sehenswert, dazu zählen zahlreiche Kapellen, die Hauptsakristei der Kathedrale, die Durchgangshalle zum Kapitelsaal (Antecabildo), der Kapitelsaal und nicht zuletzt die prachtvolle Capilla Real.
Das unbestrittene Wahrzeichen Sevillas ist die Giralda. Der Turm wird nach neuesten Messungen heute mit einer Höhe von 101,29 m angegeben und war einst das Minarett der maurischen Hauptmoschee. Mit dem Bau begann Ahmed Ibn Baso 1184. Die Arbeiten dauerten bis 1198, als All de Gomara letzter Hand an das Meisterwerk legte. Das Erdbeben von 1356 beschädigte den Glockenturm massiv, so dass man in der Folgezeit einen relativ einfachen Glockenturm auf den Baukörper aussetzte. Nach einem Entwurf von Hernan Ruiz entstand zwischen 1558 und 1568 die heutige Turmspitze im Stil der Renaissance, so dass sich seither in der Giralda die architektonischen Stile der Mauren und der Christen begegnen. Interessant ist der Umstand, dass die Bausubstanz, die aus der Zeit der Almohaden stammt, original erhalten ist.
Die Turmspitze besteht aus vier deutlich sichtbaren Teilen beginnend mit dem Glockenstuhl, in dem insgesamt 24 Glocken hängen. Darüber befindet sich der Uhr-Körper aus dem Jahre 1765. Jener Bereich, mit der auffallenden Dekorationen, die Sternen ähnelt, wird Sternkörper genannt. Darüber beschließt der Körper der "Carambolas" die Giralada. Der Name rührt von den Kugeln des zuvor genannten Bereichs her, auf denen er errichtet ist. Den Abschluss bildet eine Gruppe, die Tinaja heißt und auf die er sich die Wetterfahne befindet, der so genannte "Giraldillo". Der Turm ist selbst dann noch zu sehen, wenn man Sevilla längst verlassen hat, was ihn zu einem der Wahrzeichen der Stadt und ganz Spaniens machte.
Die Kathedrale von Sevilla gehört sicher zu den größten und schönsten Gotteshäusern der Welt, aber sie ist auch ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen, eine Schatzkammer abendländischer Morgen lettischer Kunst und noch heute, wie sie es immer war ein Treffpunkt der Menschen von allen Kontinenten.
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Der Vigeland Park und der Bildhauer Gustav Vigeland
Als Gustav Vigeland am 12.3.1943 starb, hinterließ er der Nachwelt ein beispielloses künstlerisches Werk darunter 1600 Skulpturen, 1200 Zeichnungen und rund 400 Holzschnitte. Doch das Werk, das ihn berühmt gemacht hat entstand in einem 40 Jahre dauernden Schaffungsprozess. Es handelt sich um die größte Figurensammlung, die von einem Menschen alleine jemals geschafft wurde. Der rund 32 ha große Park, ein Teil der norwegischen Hauptstadt Oslo wurde nach seinem Künstler benannt: der Vigeland-Skulpturenpark.
Gustav Vigeland stammte aus der kleinen südnorwegischen Stadt Mandal und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh wurde er an die Arbeit mit Holz, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts der wichtigste Werkstoff in Norwegen war, gewöhnt, denn sein Vater war Möbelschreiner. Obwohl Gustav in der Schnitzkunst unterwiesen wurde, war ihm sehr früh klar, dass er Bildhauer werden wollte. Er studierte aus sich heraus und beschäftigte sich mit der Kunst der antike, die Literatur und zeichnete man immer konnte.
Vigeland musste sich durch Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten, verfolgte aber sein Ziel, Bildhauer zu werden, stetig weiter. Dank einiger Stipendien war es ihm möglich in den folgenden Jahren zu reisen und sich in der Kunstszene zu orientieren. Paris war eine seiner wichtigsten Stationen, wenn ihr begann er mit der Arbeit an Figuren, die den menschlichen Körper zum Thema hatten. Männer, Frauen, Kinder-einzeln oder in Gruppen, das war schon damals das beherrschende Thema seiner Kunst. Nach einem ersten Erfolg im Jahre 1894 anlässlich seiner ersten eigenen Ausstellung folgt eine Reise nach Deutschland. Hier wird die strenge seiner Arbeiten, die die Einfachheit aber auch Monumentalität seiner Skulptur zugrunde gelegt wie sich aus dem Zitat "jeden Tag sehe ich ein, dass die Skulptur strenger werden muss", das aus dieser Zeit überliefert ist, geschlossen werden kann.
Ab dem Jahr 1907 beschäftigte sich Vigeland dann mit jenen Figuren, die wir heute im Skulpturenpark in Oslo sehen können. Ein außergewöhnliches Abkommen mit der Stadt Oslo, die ihm ein Atelier und ein wenig Unterhalt bis ans Lebensende bezahlte, gestattet es ihm, ungestört an diesem monumentalen Figurenwerk zu arbeiten. Im Gegenzug erhielt die Stadt Oslo die Zusage, dass alle Werke Vigelands in den Besitz der Stadt übergehen. Der Vigeland-Skulpturenpark ist ein Teil des Frogner-Parks und zugleich eine der wichtigsten und am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten der norwegischen Hauptstadt Oslo. Der Eintritt ist nach wie vor frei und der Park kann sowohl durch den Haupteingang als auch von den Seiten her betreten werden. Nähert man sich der Anlage vom Middelthuns Gate her ist das erste, das man von den Figuren Vigeland sieht die riesige Fontäne. Sie bildet im ungefähren das Zentrum des gesamten Parks. Ein Blick nach rechts zeigt den Rosengarten und dem berühmten Monolith, ein Blick nach links, die Brücke, das Besucherzentrum und den Haupteingang mit dem monumentalen Toren, die Vigeland selbst geschaffen hat.
1930 begannen die Arbeiten nach einem handgezeichneten Plan des Künstlers und die ersten Skulpturen wurden 1939 im Park aufgestellt. Die Fontäne wurde 1947 fertig und nach und nach schuf Vigeland alle Figuren die heute entlang der rund 850 m langen Achse des Parks stehen. Obwohl diese Gradlinigkeit des Parks vermuten lässt, das Ganze wirkte starr und fest gefügt merkt der Besucher schon nach kurzer Zeit, dass es Vigeland gelungen ist eine Einheit aus Forum, Monumentalität, Einfachheit und der Natur zu schaffen.
Die Fontäne
Die gewaltige Fontänenanlage, inmitten eines kleinen Rosengarten des, dessen Gewächse bedingt durch das nordische Klima eher zerbrechlich wirken, besitzt in ihrer Mitte eine gigantische Schale, die von mehreren Männern unterschiedlichen Alters getragen wird. An den vier Ecken des Wasserbeckens, dass dieses Zentrum umgibt befinden sich insgesamt 20 Skulpturen, deren Deutung nicht im ersten Moment gelingt, sieht man doch Bäume und Menschen. Beim ersten hinsehen lässt sich nicht genau sagen ob die Bäume die Menschen, oder die Menschen die Bäume umgeben - alles ist miteinander verschmolzen. Vigelands Idee war es die Vereinigung von Mensch und Natur darzustellen und darüber hinaus das Leben an sich. Pflanzen und Menschen sind lebende Wesen auf dem Planeten Erde, keiner kann ohne den anderen auskommen. Jeweils fünf dieser Gruppen bilden eine Ecke des Wasserbeckens, das seinerseits noch mit 60 Bronzereliefs rund um den gesamten Beckenrand gestaltet ist. Diese Reliefs schuf Vigeland zwischen 1906 und 1936. Die Themen dieser Reliefs sind sehr unterschiedlich doch lassen sie sich mit der Überschrift "Mensch und Tier" zusammenfassen.
Wendet sich der Besucher nun nach rechts zeigen sich die verschiedenen Ebenen, in denen sich der Park Richtung Monolith bewegt. Insgesamt sind es drei Terrassen die zum Glücks., einem ovalen Platz mit 120 m Durchmesser führen. Im Zentrum dieses Platzes befindet sich eine Zirkeltreppe insgesamt 36 Kampfgruppen, die strahlenförmig angeordnet sind und den Blick auf den Monolithen, das Zentrum der gesamten Anlage richten. Hier wird einem die Monumentalität in Vigelands Werk deutlich und ebenso die Mühsal, die der Künstler bei der Arbeit mit dem harten Granit gehabt haben muss. Die meisten Figuren sind überlebensgroß und dennoch von faszinierender Schlichtheit. Verblüffend sind die Details in den Gesichtern, den Körpern und den Beziehungen, in denen die Figuren zueinanderstehen. Es sind durchweg nackte Personen dargestellt Frauen, Männer und Kinder, die unterschiedlich gruppiert wurden..
Der Monolith
nähert man sich den Monolithen, wird man unweigerlich an das antike Vorbild eines Obelisken geändert, doch dieser Gedanke verflixt schnell beim Anblick der 17 m hohen Säule auf der 121 menschliche Figuren unterschiedlichen Alters dargestellt sind und die Säule komplett bedeckten, ja ausmachen. Alle Figuren sind aus einem einzigen Steinbrocken geschaffen, so dass die Säule sehr schnell den Namenmonolith bekam. Vigeland schuf zunächst das Modell und drei Künstler, die Vigeland zu arbeiteten verbrachten das Werk zwischen 1929 und 1943 nach seinen Plänen. Besonders schön ist der Abschluss des Monolithen. Er besteht aus kleinen Kindern. Im Zusammenhang mit den Monolithen im Skulpturenpark ist folgende Anmerkung des Künstlers überliefert: die Steinbrocken schildern das Leben, die Säule die Welt der Fantasie. Die Steinbrocken kann deshalb jeder verstehen, die Säule darf jeder auslegen wie er will ."
Geht der Besucher entlang der Hauptachse des Parks auf der Rückseite des Monolithen weiter so endet die Anlage mit dem Lebensrad, jener gigantischen Gruppe aus sieben Bronzefiguren, die 1934 entstanden und vier Erwachsene und drei Kinder zeigen.
Die Brücke
Der zweite Teil der Besichtigung im Skulpturenpark führt nun von der zentralen Fontäne nach links, Richtung Haupteingang. Hier befindet sich die rund 100 m lange und 15 m breite Brücke auf dem Brückengeländern befinden sich 58 Bronzefiguren und Gruppen. Männer spielen hier mit ihren Söhnen, Frauen mit ihren Töchtern, Väter mit ihren Kindern, Kinder miteinander und symbolisieren die vielfältigen Beziehungen in Familien. Auch erotische Motive sind darunter. Eines haben alle Skulpturen gemeinsam; sie wirken lebensnah und lebendig, temperamentvoll und besinnlich, fröhlich und zornig, sind sportlich und manchmal allzu menschlich. Die berühmteste der 58 Figuren ist die kleine Figur eines etwas täglichen jungen, der weinend und mit Wut verzerrtem Gesicht mit den Füßen aufstampft. Das brachte ihm den Namen "Trotzköpfchen" ein. Vigeland zeigt sowohl in Sandsteinfiguren als auch den Bronzewerken sehr deutlich männliche wie weibliche Geschlechtsorganen und auch unterschiedliche körperliche Besonderheiten, wie sie jeder Mensch aufzuweisen hat.
Der Haupteingang
wer von der Brücke aus Richtung Haupteingang geht sieht linkerhand demnächst das Besucherzentrum und dann fünf große Portale und zwei kleinere Seitentore, gegen Haupteingang des Tages bilden. Vigeland schuf die Tore zwischen 19 26. neunter 27 in den Portalen sind die Drachen und Fabeltiere dargestellt. Dies könnte eine Anspielung auf den mittelalterlichen Glauben an diese ungeheuer in Norwegen sein.
Abschließend und zusammenfassend kann sich der Besucher in Vigeland Museum über das Werk Gustav Vigelands informieren. Ein kurzer Fußweg von der Brücke aus oder dem Haupteingang führt zu der Anlage die 1947 geöffnet wurde und das Werk Vigeland enthält. Hier kann man seine Entwicklung, seine Zukunftsvisionen, seine Fantasien und sein ganzes Denken und Handeln am besten nachvollziehen. Für den Besuch des Vigelandparks sollte man, je nach gewünschter Intensität des Besuches, 1 bis 2 Stunden einplanen für das Museum noch einmal dieselbe Zeit.
Neben Edvard Munch, Edvard Grieg Hendrik Ibsen gehört Gustav Vigeland ohne Zweifel den größten Künstlern, die Norwegen hat. Gustav Vigelands Urne ist in dem Turm eingelassen, den man über dem Haupteingang des Museums sehen kann und unter dem sein Atelier liegt, der ist also im Tod in sein größtes Kunstwerk, den Skulpturenpark zurückgekehrt.





Gran Canaria - Urlaub auf den Kanarischen Inseln
Eine der beliebtesten Urlaubsinseln der Deutschen ist Gran Canaria. Die fast kreisrunde Insel gehört zusammen mit Teneriffa und Fuerteventura, Lanzarote, La Gomera, La Palma und El Hierro zum Archipel der Kanarischen Inseln. Kaum 4 h Flugzeit und regelmäßige Flugverbindungen bescherten den Inseln in den letzten Jahrzehnten einen Boom im Tourismus. Gran Canaria ist mit einer Fläche von 1560 km² die drittgrößte Insel der Kanaren, genießt aber den Ruf, aufgrund ihrer abwechslungsreichen Landschaft unter verschiedenen Klimazonen, die man auf engstem Raum hier erleben kann, ein "Kontingent im Kleinen" zu sein. Rund 820.000 Menschen nennen die Insel ihr zu Hause.
Nahezu jeder Besucher stattet auch der Inselhauptstadt Las Palmas einen Besuch ab. Auffälligstes Bauwerk ist die Kathedrale Santa Ana im ältesten Teil der Stadt. Sie ist die größte und zugleich älteste Kirche auf Gran Canaria und der Sitz des Bischofs der Kanarischen Inseln. Ursprünglich bewohnten die Guanchen die Kanarischen Inseln, ein einfaches Volk, das von der Landwirtschaft und vom Fischfang lebte. Mit der Eroberung Gran Canarias durch die Spanier im Jahre 1478 verschwanden nach und nach die Ureinwohner. Als Zeichen des endgültigen Sieges begann man, wie eine tafel an der Kathedrale selbst belegt, um 1500 mit ihrer Errichtung. Nach einer Bauunterbrechung brachte man die Kirche erst nach 1781 zu Ende.

Das Innere ist eine dreischiffe Hallenkirche mit verschiedenen Baustilen. Überwiegend ist die Kirche gotisch gehalten, aber auch Barock und Klassizistik sind zu finden. Besonders beeindruckend ist die mit gotischen Kreuzrippen versehene Decke des Hauptschiffs. Die Gewölbe der Chor Access stammen aus der Zeit der Spätgotik und der Renaissance Die Fassade der Kathedrale stammt nicht mehr aus der Erbauerzeit sondern wurde nach Plänen des Bildhauers und Architekten Lujan Peréz geschaffen.
Besonders schön ist es nach dem Besuch der Kathedrale Santa Ana noch ein wenig auf dem Platz vor der Kirche zu verweilen. Auch er heisst Plaza de Santa Ana. Es handelt sich um einen schön gestalteten Platz, der von Häusern aus verschiedenen Epochen umgeben ist. Hier stehen Palmen Art die Möglichkeit auf Parkbänken ein wenig die Menschen zu beobachten, die den ganzen Tag über auf dem Platz zu finden sind. Gedenktafeln Häuserfassaden an verschiedene historische Begebenheiten, die sich auf dem Platz vor der Kathedrale abgespielt haben und die für die Geschichte der Insel von Bedeutung waren.

Direkt hinter der Kathedrale stillen Bauwerk, das sich die meisten Besucher nicht entgehen lassen, die Casa de Colon. Wie der Name schon verrät, soll es das Haus sein, in dem Christoph Kolumbus, der berühmte Entdecker und Seefahrer, während seines Aufenthaltes auf Gran Canaria gewohnt hat. Allerdings ist unter den Wissenschaftlern sehr umstritten, ob Kolumbus je auf Gran Canaria war. Diesen Umstand ignoriert man auf der Insel ganz einfach und präsentiert verschiedene historische Stätten, die mit der Person Christoph Kolumbus in Verbindung gebracht werden. In der Casa de Colon befindet sich heute ein Museum, dessen Hauptthemen, wie könnte es anders sein, Christoph Kolumbus und seine Reisen sind. Belegt ist lediglich, dass nach der Staatsgründung von Las Palmas durch Juan Rejon, die Gebäude der Insel Regierung und des Gouverneurs im Bereich der heutigen Kathedrale lagen. Die Geschichte erzählt nun, dass Christoph Kolumbus 1492, während seiner Reise in die Neue Welt, auf Gran Canaria gelandet sein soll, um die Schiffe zu reparieren. Im Zuge dieses Aufenthaltes soll der Seefahrer hier gewohnt haben. Insgesamt befinden sich im Inneren 15 Ausstellungsräume und 2 Innenhöfe.
Ebenfalls hinter der Kathedrale befindet sich ein kleiner Platz mit einem schönen speziell gestalteten Portal. Ein kleines Schild verweist auf die Libreria Colombiana, auf die Kolumbus-Bibliothek, die in dem Gebäude untergebracht ist. Die Fassade gehört zu den am meisten fotografierten Motiven in der Altstadt von las Palmas.
Es ist zu empfehlen noch ein Stückchen weiter durch die Altstadt zu gehen. Setzt man seinen Weg entlang der Casa de Colon fort, befindet man sich auf der Kolumbusstraße "Calle de Colon". An ihrem Ende liegt ein kleine Kapelle von San Antonio Abad. Der Schutzpatron der Kapelle war ein ägyptischer Eremit, der im 3. und 4. Jahrhundert lebte und als einer der Begründer der Eremiten-Bewegung gilt. Auch hier begegnen wir wieder den Namen Christoph Kolumbus.
Auf dem Platz vor der kleinen Kapelle solle am Vorabend seiner Entdeckungsreise in die Neue Welt um ein gutes Gelingen dieser für ihn so wichtigen Unternehmung gebetet haben. Auch das Feld wieder ins Reich der Legenden und Geschichten, die sich rund um die Altstadt von Las Palmas ranken. Dennoch wird dieser "heiliger Ort", wie ihn eine Gedenktafel direkt an der Kapelle nennt, für jeden sichtbar, zu einer Begegnungsstätte mit der Geschichte der europäischen Seefahrt.
Schon kurze Zeit nach dem man die Hauptstadt verlassen hat, befindet man sich in der üppigen Landschaft von Gran Canaria. Immerhin handelt es sich um eine 'Insel des ewigen Frühlings' wie die Kanarischen Inseln auch genannt werden die Temperaturen sind sehr angenehm. Meist wird ein erfrischender Passatswind, jener Wind, der auch Christoph Kolumbus und seine Schiffe Richtung Westen brachte. Trocken Täler wechseln sich ab mit Barrancos und eine fast subtropische Flora und Fauna kann man hier bewundern. Zu den bevorzugten Ausflugszielen in diesem Teil der Insel gehört die Caldera de Bandama. Sie ist ein Teil des Tafira Schutzgebiets und gelogisch hochinteressant.
Die Ränder der Caldera sind maximal 569 m hoch, während der Senkkrater imposante 1000 m breit und 200 m tief ist. Ein steiler Fußweg führt hinunter für den Mann rund 45 min braucht. Für den Rückweg sollte man gut und gerne das Doppelte an Zeit einplanen, denn wenn man hier und da eine Rast einlegen und auch fotografieren, sollte man nicht in Zeitnot sein. Man wird mit Ausblicken auf eine unerwartete Landschaft belohnt, in der auch seltene Tiere und Pflanzen zuhause sind. Die Seitenwände der Caldera sind steil schroff und wirken etwas abweisend aber sie vermitteln auch, anders als der Blick vom Rand des Kraters, etwas von der Größe dieser Landschaft bestätigen, dass Gran Canaria mit seinen rund 14 Klimazonen tatsächlich etwas von einem Minikontinent hat.
Man sollte den Ostteil der Insel Gran Canaria nicht verlassen, ohne auch Maspalomas besucht zu haben. Hier befindet sich das Zentrum des Tourismus auf der Insel und der ort Playa de Ingles, der einst ein kleines Fischerdorf war, ist heute eine Ansammlung von Hotels und Apartmentanlagen für Tausende von Touristen. Die Ortschaft im Südosten ist über die Inselautobahn gut zu erreichen, die Fahrzeit aber kann sich, aufgrund von zahlreichen Staus, doch länger hinziehen, als man es vorher geplant hat. Sieht man von Touristenrummel des Ortes selbst ab, sind die Dünen von Maspalomas wirklich eine Reise wert. Würde man hier nicht an einigen Stellen das Meer im Hintergrund sehen, man könnte meinen sich direkt in der Sahara zu befinden. Lange Zeit nahmen an, dass der Sand aus der Sahara kommt und durch die Winde, die die oftmals beständig vom Kontinent her wehen, als Flugsand nach Gran Canaria gweht wird. Neuere Forschungsergebnisse und Untersuchungen legen aber nahe, dass es sich samt handelt, der auszugebenden Korallen-und Muschelkalk entstanden ist. Wie auch immer, die Dünenlandschaft von Maspalomas ist ein besonderes Erlebnis vor allem für diejenigen Reisenden, die noch nie in einer Sandwüste gewesen sind. Insgesamt ist die Dünenlandschaft 6 km lang und 2 km breit.
Gran Canaria, das soll dieser Beitrag zeigen, bietet für jeden Geschmack etwas, ist mit dem Flugzeug leicht zu erreichen und die Hotelpreise sind bei entsprechender Buchung eines Pauschalangebots durchaus angemessen vor allem dann, wenn man außerhalb der Hochsaison in den Ferien auf die Kanarischen Inseln reisen kann. Die Insel bietet Natur pur, ein angenehmes Klima und zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten und ist auch ein Reiseziel für Kurzentschlossene. Schon eine Woche Aufenthalt verschafft einen guten Eindruck zumal zahlreiche Mietwagenanbieter zu sehr günstigen Preisen Fahrzeuge anbieten, die man während des gesamten Aufenthalts nutzen kann. Die Straßen sind in gutem Zustand und alles ist so ausgeschildert, dass man auch als Ausländer ohne Spanischkenntnisse an sein Ziel kommt.
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Die Insel Mykonos - Auf den Kykladen
Zu den bekanntesten Urlaubszielen in Griechenland gehört die Insel Mykonos. Sie gehört zum Archipel der Kykladen und verkörpert all das, was ausländische Touristen mit dem Namen Griechenland verbinden. Ein Stück Mythologie und Geschichte, Museen, Kirchen und nicht zuletzt die Sonne, die Strände, dass Meer und im Fall der Griechischen Inseln auch den frischen Wind. Die nur 86 km² große Insel Mykonos ist seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts Touristenziel Nr. 1 auf den Kykladen. Das verdankt die Insel der Liberalität ihrer Bewohner und deren Toleranz. So gilt der Mykonos bis heute als Partyinsel bevorzugtes Reiseziel für homosexuelle und lesbische Touristen.
Die Bewohner von Mykonos pflegen das Image, was ihre Insel im Ausland besitzt und tun alles dafür, dass die kleinen weißen Flachdach-Häuser jedes Jahr wieder in frischer Farbe erstrahlen, dass die schönen ornamentverzierten Türen und Fensterrahmen aus Holz wieder ihr sattes Blau erhalten. Chora, die kleine Hauptstadt der Insel, ist dann auch dieses Postkartenmotiv in Blau und Weiß, mit engen Gassen, kleinen Geschäften, zahlreichen Restaurants und Cafés, einer gut ausgebauten Hafenpromenade und natürlich den typischen Windmühlen, die Wahrzeichen der Insel.
Nicht immer war die Geschichte von Mykonos friedlich: im Gegenteil! Die Kultur der Insel wurde seit jeher von fremden Völkern beeinflusst zeitweise sogar bestimmt, ob es nun die Makedonier oder Phönizier waren, die jede Tradition zurückfließen oder die Republik Venedig, alle versuchten die Insel eine gewisse Zeit zu regieren und unter ihrer Herrschaft zu halten und sogar die osmanischen bemächtigten sich der kleinen Insel, die in der Folgezeit eine wichtige Rolle im Unabhängigkeitskrieg spielt. Natürlich spielt auch ein Stück der griechischen Mythologie auf Mykonos. Hier soll es gewesen sein, wo Herakles Riesen besiegt und sie ins Meer geworfen haben soll. Hier erstatten sie zu Stein und es enstand die Insel Mykonos.
Die Landschaft der Insel ist relativ flach, man könnte sie glücklich nennen und sanft, denn die Hügel sind grün gewachsen und das auch im heißesten Sommer. Verantwortlich hierfür ist der fast immer wehende starke Wind, der Mykonos liegt in einer der windreichsten Gegenden Griechenlands. Nur 370 m hoch ist die höchste Erhebung auf der Insel, und der Wind kann ungehindert darüber hinwegfegen. Das ist auch der Grund, dass Mykonos etwas weniger üppig gewachsen ist, als andere griechische Inseln. Egal wofür sich der Besucher interessiert, auf Mykonos ist alles möglich. Man kann an den Geschütztenstränden des Südens baden oder aber man macht einen Stadtbummel in Mykonos-Stadt, geht shoppen oder gut essen. Für alle kulturhistorisch interessierten Touristen gibt es ein archäologisches Museum und rund 70 Kirchen auf der Insel. Auch ein Blick zurück in die griechische Geschichte ist kein Problem, denn die Nachbarinselvelos war in der antike ein wichtiges religiöses Zentrum und mit Booten ist ein leichtes, die historischen Stätten auf der Nachbarinsel in einem Tagesausflug zu besuchen.
Ein Besuch des alten Hafens z. B. in der Inselhauptstadt Chora ist ein guter Einstieg für einen Stadtrundgang. Hier befindet sich eine kleine orthodoxe Kapelle in der typischen Bauweise mit blauer Kuppel oder kleinen Ikonosthase.
Ein Stückchen weiter verengt sich der Weg an die Häuser kommen ganz nah an das Wasser des Mittelmeeres heran. Hier befinden sich viele gute Fischrestaurants und Cafés und die Balkone der Häuser ragen über das Ufer hinaus direkt über das Wasser. Diese Tatsache brachte diesen Stadtteil den Namen "Little Venice" ein "Klein Venedig". Britische Touristen haben in den achtziger Jahren diese Bezeichnung geprägt, die sich bis heute gehalten hat. Die Preise sind zwar etwas erhöht, aber dafür genießt man einen wunderbaren Blick auf Teile der Insel und die Ägäis.
Nun führt der Weg etwas bergauf und schon von weitem sieht man die Wahrzeichen der ganzen Insel - die Panagia-Paraportiani Kirche und die WIndmühlen Kato Mili. Die Panagia-Paraportiani Kirche ist zwar schon seit langer Zeit auffällig und kann deshalb nicht von innen besichtigt werden, gehört aber zu den am meisten fotografierten Bauwerken ganz Griechenlands. In Wirklichkeit handelt es sich nämlich nicht eine einzige Kirche soll um fünf kleine Kapellen, die weiß getüncht sind und im Laufe der Zeit zu einem ganzen zusammengewachsen sind. Mit dem Bau der ersten Kapelle begann man bereits 1425.
Und natürlich gehören auch die 5 Windmühlen zur Besichtigung Programm jedes Touristen auf Mykonos. Windmühlen waren auf Mykonos so etwas wie ein Markenzeichen für den Handel und das über Jahrhunderte. In ihnen wurde maßgeblich Getreide gemahlen. Ursprünglich waren es wohl 10 Windmühlen, wovon heute noch fünf erhalten sind. In einigen Windmühlen sind Geschäfte, die restlichen, sogar mieten. Jede der Mühlen hat eine zylindrische Grundform mit einem kleinen pyramidenförmigem Dach und die auffälligen Mühlenflügel.
Wer durch Mykonos fährt oder wandert, sieht immer wieder das Meer und unweigerlich auch die Strände. Während die Strände im Norden, bedingt durch den starken Wind, der oftmals herrscht, idealer Reformwillen für Windsurfer sind, kommen Badetouristen im Süden von Mykonos voll auf ihre Kosten. Hier ist das Wasser ruhig und es gibt kaum Wind. Auf dem Weg zurück nach Mykonos-Stadt fährt man am besten durch das Inselinnere. Wir kann man sich ein sehr schönes Bild von den sanften grünen Hügel dieser Kykladeninsel machen und die nicht zum Abschluss oberhalb der Inselhauptstadt noch einmal einen Blick auf die weißen Häuser, die Windmühlen und den Hafen.
Auch wenn Mykonos heute in den Schulferien restlos überlaufen ist, sind die Monate von Mitte September bis Anfang November oder von Mitte April bis Anfang Juni immer noch angenehm, die Preise niedriger und die Insel gehört mehr den einheimischen, was die Touristen, die in dieser Zeit die Insel besuchen können, schnell merken werden. Das Leben verläuft deutlich ruhiger, so wie es seit Jahrhunderten auf Mykonos gewesen ist - als man noch vom Fischfang lebteund kaum ein Ausländer die Insel besuchte - als es noch nicht möglich war mit dem Flugzeug in drei Stunden an Ort und Stelle zu sein. Dennoch: Wer sich auf Mykonos einlässt und zur richtigen Jahreszeit anreist, der kann noch etwas vom urwüchsigen dieser Insel spüren. Das ist das Überraschende an der kleinen Kykladeninsel.
Viele besuchen die Insel heute nur einen Tag im Rahmen einer Kreuzfahrt durch Griechenland und die griechische Inselwelt, doch wer sich Zeit nehmen kann sollte durchaus eine Woche für die Insel einplanen, denn dann kann man sich erholen, in aller Ruhe die Besichtigungen absolvieren und einem Tagesausflug auf die Nachbarinsel Delos unternehmen. Viel Spass auf Mykonos!
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