Nikon D700 - Digitale Spiegelreflexkamera im Vollformat
Seit dem 27. Juni 2009 fotografiert Erdpunkte.de im Vollformat mit der Nikon D700, dem dazugehörigen Multifunktionsgriff MB-D10 und den Nikon Objektiven AF-S VR Zoom-Nikkor 24-120 mm und dem AF-S VR Zoom-Nikkor 70-300mm. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie sich die Kamera in der Praxis bewährt hat, können sich unsere Testbilder ansehen und diese Testbilder kostenlos downloaden. Dazu gibt es die Spezifikationen der Kamera und die Produktbilder. Erste Reisen mit der Kamera nach Grossbritannien, Norwegen, Spitzbergen, Grönland,die Baltischen Länder und nach St. Petersburg, gaben ausreichend Gelegenheit, die neue Generation der erschwinglichen Follformat-Chips auszutesten.
Nikon D700 - Erfahrungsbericht
Die Nikon D700 ist mit 995 Gramm Gewicht (ohne Akku) wahrlich kein Leichtgewicht. Das ist das Augenscheinlichste, was ich im Praxiseinsatz mit der Kamera zu spüren bekam. Sie liegt aber recht gut in der Hand durch die ergonomisch geformte rechte Gehäuseseite. Für meinen Geschmack ist das Gehäuse allerdings nicht hoch genug, um das Gerät mit seinem runden Kilo Gewicht sicher über längere Zeit zu halten z. B., wenn man eine größere Hand sein Eigen nennt. Erst wenn der Multifunktionshandgriff DB-D10 unter das Gehäuse geschraubt ist, hat man ein ganz sicheres Griffgefühl.
Der Handgriff steigert darüber hinaus die maximale Bildrate bei Serienaufnahmen auf 8 Bilder pro Sekunde und die Betriebszeit bei der Verwendung von Akkus verlängert sich. Insoweit kann ich die Aussagen von Nikon bestätigen. Der Handgriff ist ebenfalls ergonomisch geformt, sodass die Kamera besser in vertikaler Aufnahmeposition gehalten werden kann.
Sehr positiv ist der Monitor der D700. Die Darstellung ist klar und deutlich, die Farben ebenso. Alle Menüs lassen sich deutlich sichtbar und gut angeordnet bedienen und die Wiedergabe der Bilder ist so, dass eine realistische Einschätzung durchaus möglich wird. Etwas umständlich empfinde ich, selbst nach einigen Monaten, immer noch die Steuerung der verschiedenen Wiedergabe-Modi - Bildwiedergabe im Volldisplay oder Wiedergabe mit Bildinformationen über den Multifunktionswähler. Pfeil nach oben bzw. unten = Bildinformationen ein/aus - Pfeiltaste nach rechts bzw. links = Wiedergabe auf dem gesamten Display. In der Praxis, wenn es schnell gehen muss etwas umständlich ,denn selten trifft man genau die Bildwiedergabeart, die man gerade haben will. Übung ist von Nöten.
Ansonsten verdient die Kamera in jeder Hinsicht volles Lob. Die Aufnahmebetriebsarten d. h. die ISO-Anwahl, der Weißabgleich und die Taste für die Wahl der Bildqualität sind zusammen in einem Wahlrad angeordnet und sehr einfach zugänglich - schnelle Änderungen sind somit ohne Verzug möglich. Gleiches gilt für die Belichtungssteuerung bzw. die Belichtungskorrektur. Beide Wahlschalter sind nebeneinander und unweit des Auslösers angeordnet, sodass selbst kurz vor dem Auslösen noch Korrekturen möglich sind.
Das Display auf der Gehäuseoberseite zeigt alle wichtigen Informationen deutlich und sinnvoll angeordnet an und man findet sich nach kurzer Zeit zurecht. Der Wechsel des Objektivs ist durch den allseits bekannten Nikon-F-Bajonett-Objektivanschluss sehr einfach und geht reibungslos, selbst wenn man in Eile ist.
Die beiden, von mir verwendeten Objektive AF-S VR Zoom-Nikkor 24-120 mm und dem AF-S VR Zoom-Nikkor 70-300mm brachten sehr gute Ergebnisse und zeigten ein sehr gutes Praxisverhalten. Diese Einschätzung bezieht sich besonders auf den Autofokus. Dieser ist so schnell und nahezu geräuschlos, dass man sehr einfach viele Bilder hintereinander schießen kann mit guten bis sehr guten Ergebnissen. Die Randunschärfen liegen, je nach verwendeter Blende, im tolerierbaren Bereich oder sind zu vernachlässigen.
Mit dem MB-D10 Handgriff, dem Akku und einem 300er Telezoom davor wird das Gewicht der Kamera dann definitiv unangenehm und ist über längere Zeit nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen. Es zieht ganz schön im Arm und am Abend, nach einem langen Fototag in den Tropen - fühlt man sich wie nach einem gehörigen Krafttraining. Ich bin nun schon ein stämmiger Zeitgenosse und habe die Kraft, was macht aber eine zierliche Dame?
Die fotografischen Ergebnisse der Nikon D700 übertreffen meine kühnsten Erwartungen. Die Bilder sind sehr kontrastreich, haben eine unglaubliche Tiefenschärfe, vor allem bei hohen Blendenzahlen und die Farben sind klar und brillant. Selbstverständlich beziehen sich diese Angaben auf die RAW-Daten der Kamera und die entsprechenden Raw-Dateien (NEF). Nach entsprechender Ausbelichtung am Computer sind die Ergebnisse gut bis sehr gut.
Bildausschnitte bis auf die Größe eines PC-Monitors (1024X768 px) sind in den meisten Fällen problemlos möglich und die Qualität der Bilder ist selbst dann noch so, dass sich de facto keine Drop-outs zeigen. Nicht so euphorisch kann ich mich im Bezug auf die Iso-Empfindlichkeit der Nikon D700 äußern. Da die Kamera "nur" 12,8 Mio. Pixel hat, ist auf dem Chip genügend Platz, um alle Pixel sauber darzustellen. Die Kamera zeigt somit im Vergleich zu jenen Vollformatkameras mit 18 und 20 Megabit deutlich weniger Bildrauschen, aber ab 1000 Iso ist ein Nachlassen der Qualität bereits spürbar. In manch dunkler Kirche hätte ich mir da deutlich mehr gewünscht, zumal die ersten Tests sich derart enthusiastisch äußerten. Ich widerspreche hier etwas den Aussagen einiger D700-Besitzer im Internet, wonach man bis zu einer Iso-Empfindlichkeit von 2000 ISO überhaupt keine Körnung erkennen kann. Das ist nach meiner Erfahrung nicht so. Natürlich kommt es hier auf eine professionelle Bearbeitung des Raw-Materials an, das ist klar. Da kann man noch viel herausholen. Ab 2400 ISO ist es dann vorbei mit der problemlosen Weiterverwertbarkeit der Fotos. Damit liegt die Nikon D700 aber immer noch weit vor den meisten anderen digitalen Spiegelreflexkameras gleicher Preisklasse und Güte.
Der gesamte Umgang und das Praxisverhalten der Kamera ist aber für den semiprofessionellen Fotografen oder den Profi in jeder Hinsicht in Ordnung und eine Empfehlung für die Kamera. Das möchte ich besonders hervorheben, wenn es um die Widerstandsfähigkeit der Kamera gegenüber äußeren Einflüssen geht. Ich bin mit der Kamera in tropisch feuchtem Klima, in gemäßigtem Klima unserer Breiten und im Klima des Nordpolarmeeres bereits unterwegs gewesen. Dabei trotze das Gerät selbst abrupten Temperaturschwankungen ohne Probleme und es gab auch keinen beschlagenen Spiegel. Die Akkus zeigten sich selbst winterlichen Temperaturen gegenüber sehr resistent d. h. ohne eine verkürzte Betriebszeit.
Fazit: Die Nikon D700 sollte man kaufen, denn die Leistung der Kamera ist, vor allem im Hinblick auf den Preis, der erstmals eine Vollformatkamera erschwinglich werden lässt, hervorragend. Dass sich in der Praxis, hier und da Dinge zeigen, die man sich als Fotograf anders gewünscht hätte, liegt in der Natur der Sache und ist auch eigener Geschmack. Die Kamera ist solide verarbeitet, sie ist leicht zu bedienen - man findet sich bereits nach kurzer Zeit ohne Handbuch (444 Seiten Deutsch) zurecht und die fotografischen Ergebnisse sind in jedem Fall professionell.
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