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Mallorca-Durch die Sierra und den WIlden Westen der Sonneninsel

Mallorca – Die Balearen von ihrer schönsten Seite


Reiseroute durch den Westen MallorcasFast 30 Millionen Touristen besuchen jährlich die Ferieninsel Mallorca. Kein Wunder, verfügt die Insel doch über 128 Strände und eine umfassende Infrastruktur, die im Ansturm der zahllosen Besucher aus aller Welt zur Reisezeit durchaus gerecht wird. Reisenden, die einen Urlaub fernab der Touristenströme bevorzugen, kommt es daher eher selten in den Sinn, Mallorca als ein mögliches Reiseziel ins Auge zu fassen. Ganz zu Unrecht, wie mein persönlicher Eindruck einer Reise durch Mallorca zeigt. Das Mallorca mit dem Mietwagen sollte mich überraschen!!


Palma de Mallorca - Der Blick auf die Innenstadt

Die Ankunft am Flughafen in Palma de Mallorca schien denn auch die Klischees einer überfüllten Urlauberinsel zunächst zu bestätigen. Kolonnen von Touristen, vornehmlich Familien mit Kindern, Reisegruppen und Menschen, die mit allen möglichen Utensilien für den Wassersport und einen Aufenthalt am Strand beladen waren, drängten sich um die zahllosen Gepäckbänder in der unendlich erscheinenden Flughafenhalle, um ihr Reisegepäck in Empfang zu nehmen.

Auch vor dem Flughafenterminal kein anderer Eindruck; Schlange stehende Urlauber vor den Büros der Autovermietungen und das in drückender Hitze.

Alles in allem benötigte ich rund 2 Stunden, bis alle Formalitäten erledigt waren und ich selbst über einen fahrbaren Untersatz verfügte, die auf Mallorca, schon aufgrund der Größe der Insel, fast unerlässlich ist, wenn man in relativ kurzer Zeit einen Eindruck der größten Balearen Insel bekommen möchte.

Palma de Mallorca - Historische Gebäude in der Alstadt

Von der langen Geschichte, den zahlreichen historischen Kunstwerken und Baudenkmälern, die auf die Zeit der Römer, der Mauren und vieler anderer Machthaber zurückgehen, die sich einst im Laufe der Jahrhunderte der Insel bemächtigten, war zunächst nichts zu sehen. So benutze ich die Autobahn, um in die Hauptstadt Mallorcas, nach Palma, zu fahren.

Schon von weitem ist die Stadt zu sehen, die an einer nahezu kreisförmigen Bucht liegt, die sich 20 km tief ins Land hinein schneidet. Herausragendes Baudenkmal ist hier die weithin sichtbare Kathedrale, wie zu den bemerkenswertesten Kirchen im Mittelmeer zählt. Darüber hinaus besitzt Palma de Mallorca zahlreiche Paläste, eine Altstadt, deren berühmte Jugendstilhäuser zu einem Besuch einladen und einige sehr sehenswerte und zum Teil historische Plätze, wo der Besucher in zahlreichen Cafés und Restaurants unbeschwerte Stunden verbringen kann. Die meisten Mallorca Reisen beginnen deshalb zu Recht hier in Palma.

Im Inneren des Castillo del Bellver - Der kreisrunde Hof ist ein hervorragender Konzertsaal

Um mir eine Übersicht zu verschaffen steuerte ich zunächst einem Hügel oberhalb der Hauptstadt an. Hier liegt das Schloss Bellver (Castillo del Bellver). Die Idee zum Bau der Schlossanlage entstand am Silvestertag des Jahres 1229, als Jakob I. Palma erobert hatte und seinen Truppen ein Denkmal setzen wollte. Erst im Jahre 1300 konnte ein Baumeister gefunden werden. Es war Pere Salvá, der schon den Almudaina-Palast umgebaut hat 1309 war Schloss Bellver fertig gestellt, dass noch immer 112 m über der Hauptstadt liegt und einen einmaligen Blick auf die Bucht von Palma de Mallorca gestattet. Die Besonderheit ist die kreisrunde Form der Anlage, die zum einen gotische Elemente aufzuweisen hat während die Arkaden der unteren Etage romanisch beeinflusst sind.
Beeindruckend ist auch die 4 m breite Graben, der das Schloss umgibt und die drei Türme, die sich jeweils über den runden Teilen erheben.

Palma de Mallorca - Die Westfassade der Kathedrale La Seu

Den Besuch in der Altstadt sollte man mit der Kathedrale La Seu beginnen. Ursprünglich stand hier eine islamische Moschee. König Jakob I. begann im Jahre 1230 mit der Grundsteinlegung für eine neue christliche Kathedrale mit dem Bau, der als Zeichen für die Befreiung von der Maurenherrschaft gedacht war. Darüber hinaus sollte das Gotteshaus, nach seiner Fertigstellung, als Mausoleum für die mallorquinischen Könige dienen. 1587 wurde der Bau des Kirchenschiffs abgeschlossen und das Hauptportal 1601 geweiht. Die Arbeiten an der Hauptfassade begannen 1852 waren erst Anfang des 20. Jahrhunderts beendet.

Die Kathedrale von Palma de Mallorca hat einen prachtvollen Innenraum

Die Kathedrale hat beachtliche Ausmaße und ist 109,50 m lang und 33 m breit. Die beiden Seitenschiffe sind 86 m lang und 10 m breit. Seit dem Mittelalter haben sämtliche Bau Stähle in die Kathedrale Eingang gefunden. Ein Rundgang führt vorbei an zahlreichen Seitenaltären und Kapellen, der Blick fällt auf dem Hauptaltar und die grosse Domorgel im linken Seitenschiff.

Der Kreuzgang des Klosters San Francisco in Palma de Mallorca

Die Altstadt Palmas hat mehrere große Kirchen und Klosteranlagen zu bieten, die allen historisch interessierten Besuchern die Möglichkeit geben, einen ganzen Tag mit der Besichtigung dieser Bauwerke zu verbringen. Zu diesen Kirchen gehören Santa Eulailia, St. Franzisco und St. Creu.

Der berühmte Blick auf Valldemossa. Die Sonneninsel Mallorca von ihrer schönsten Seite

Zu den Postkartenmotiven der Insel Mallorca gehört der Ort Valldemossa. Der Name stammt aus der Zeit der Mauren und geht auf "Val de Musa" zurück, was übersetzt "Tal des Moses" bedeutet. Hier in der Sierra de Tramuntana zeigt sich die größte Balearen Insel von ihrer schönsten Seite. Fährt man mit dem Auto von Palma aus Richtung Valldemossa, so liegt der Ort linkerhand der Straße in einem Tal und an den Hängen der steil aufragenden Berge. Berühmt wurde Valldemossa durch die Kartäusermönche, die einen bereits bestehenden Königspalast aus dem späten 14. Jahrhundert übernahmen und ihn in eine Kartause umwandelten. Die Mönche versorgten sich selbst, betrieben einen Kräutergarten und stellten Arzneien her. Noch heute ist die Apotheke der Kartause zu besichtigen. Bis 1835 blieben die Mönche und wurden im Zuge der Säkularisation vertrieben. Nur ein Mönch blieb damals zurück, um das Heiligtum zu pflegen.

Dass die Kartause heute zu den großen Touristenattraktionen im Mittelmeerraum zählt, ist auf die Affäre einer Schriftstellerin mit einem Komponisten zurückzuführen. George Sand und Frederic Chopin verbrachten hier den Winter 1838/39 in einer ehemaligen Klosterzelle.

Chopin erhoffte sich durch das milde Mittelmeerklima die Besserung seines Gesundheitszustandes. Doch der Winter wurde kühl, regnerisch und ungemütlich, ein Winter, wie ihn die Insel Mallorca nur äußerst selten erlebt. Zunächst hatte das Paar Unterkunft in Palma gefunden. Später übersiedelte man nach Valldemossa. Die Bewohner nahmen die frühen Reisenden aber nur ungern auf. Eine wilde Ehe, und diese vor den Augen von zwei Kindern, den Kindern von George Sand, das war für die Bewohner des Ortes ein Stein der Anstoßes. So bezogen beide Klosterzellen in der Kartause in Valldemossa, da man ihnen das Wohnen in einem der Häuser untersagte.

Mallorca - Die Kartause von Valldemossa. Hier lebten Frederic Chopin und George Sand

Chopin beschrieb den Ort zunächst als einen der schönsten Plätze der Welt. Dann kam mehr und mehr die Enttäuschung: Armseliges Essen, viel mehr Regen als man es sich erhofft hatte, die Missbilligung der wilden Ehe durch die Einwohner. George Sand war wohl eine der ersten Feministinnen. Sie trug Hosen und rauchte dicke Zigarren. Aber das Schlimmste war in den Augen der Einwohner von Valldemossa: Man ging nicht zur Kirche!

Alles in allem für die Nachbarn genug Anlass, das Paar zu schneiden, ihm das Leben nicht gerade leichter zu machen. Aufgrund der schlechten Wetters begann Chopin relativ schnell wieder zu kränken und bekam Fieber.

Georges Sand war von der Unterkunft begeistert:„Zu den Zellen gehört zudem ein grosser Garten mit einem phantastischen Blick über das Tal bis hinunter nach Palma. Es ist die romantischste Behausung der Welt.“ Mit zunehmender Aufenthaltsdauer sah Chopin das Leben auf Mallorca und in der für sich selber ganz anders: "Meine Zelle hat die Form eines Sarges mit ihrem staubigen Gewölbe und einem kleinen Fenster, das sich auf Orangenbäume, Palmen und Zypressen öffnet." Der berühmte Komponist schrieb, trotz aller Unannehmlichkeiten, während dieses Winteraufenthaltes in der Kartause einige seiner schönsten und bekanntesten Werke, darunter die "Preludes" mit dem Regentropfen-Prelude, das an einem jener regnerischen und stürmischen Abende entstanden ist, als George Sand mit den Kindern einmal nach Palma de Mallorca gefahren war, um Lebensmittel einzukaufen. 1842 erschien das Buch von Georges Sand über ihren Aufenthalt auf der Baleareninsel unter dem Titel „Ein Winter auf Mallorca“, eine interessante Lektüre für alle, die ein wenig mehr über das Leben in Valldemossa und die Insel Mallorca im 19. Jhd. erfahren möchten und zugleich eine gute Lektüre zur Vorbereitung einer Mallorca-Reise.

Strasse von Vallemossa auf Mallorca. Alles ist festlich geschmückt zum Fest der Heiligen Catalina Thomas

Wer im Juli und August durch die Straßen von Valldemossa geht, wird sie mit bunten Girlanden geschmückt vorfinden. Dieser Straßenschmuck wird alljährlich für die Feierlichkeiten der Schutzheiligen Mallorcas, der Heiligen Catalina Thomas vorbereitet, deren Gedenktag am 28. Juli mit einem grossen Kirchen- und Volkfest begangen wird.

Catalina Thomas wurde am 1. Mai 1531 in Valldemossa geboren und starb 1574 als Nonne im Kloster der Heiligen Maria Magdalena in Palma. Damit ist sie als Tochter der Insel Mallorca die Lokalheilige und Schutzpatronin des gesamten Archipels. Pilger kommen das ganze Jahr über von allen Inseln der Balearen zu ihrem Geburtshaus nach Valldemossa, indem heute eine Kapelle mit Altar an die Heilige erinnert.

Die Küste bei Port Vallemossa - Ein Postkartenmotiv der Insel Mallorca

Will man in Valldemossa das Meer und die Küste erreichen, so führt der Weg auf einer kurvenreichen und spektakulär in die Steilwand an den Abhängen der Sierra de Tramuntana erbauten Straße stetig bergab. Die Ausblicke von hier oben auf die Küstenlandschaft der Insel ist einzigartig. Am Ende der Strasse liegt die Ortschaft Port de Valldemossa. Hier kann man in einigen, direkt am Hafen gelegenen Restaurants hervorragend Fischgerichte und Meeresfrüchte probieren, die typisch mallorquinischen Weise zubereitet sind.

Deja - Malerisches Mallorca. Hier befindet sich das Grab des Schriftstellers Robert Graves

Unsere Fahrt führt nun von Valldemossa Richtung Norden. Wenige Kilometer von Valldemossa entfernt liegt der malerisch gelegene Ort, der schon im 19. Jahrhundert bei zahlreichen Künstlern aus dem europäischen Ausland beliebt und bekannt war. Die einmalige Lage an den Hängen der Sierra de Tramuntana und die Abgeschiedenheit Deias, brachten Maler und Schriftsteller von Weltruf nach Deia, darunter auch Robert Graves, der 1985 hier verstarb und auf dem Friedhof oberhalb des Ortes, nahe der Pfarrkirche, beigesetzt ist.

Mallorca und seine Landhäuser. Zu den schönsten gehört La Granja, das seit Jahrunderten in Familienbesitz ist.

Eine besonders reizvolle Landschaft Mallorcas lässt sich rund um den Ort La Granja bewundern. Im Jahr 1229 ließ sich der Graf Nuno Sans hier nieder. 1239 schenkte der Graf den Ort La Granja dem Zisterzienserorden, welcher hier das erste Zisterzienserkloster der Insel aufbaute. Der Orden bewirtschaftete das Gut über 200 Jahre lang bevor er nach Palma abwanderte. Heute befindet sich das Anwesen im Besitz der Familie Fortuny, die es seit dem 15. Jhd. bewirtschaftete. Die Anlage ist ein Paradebeispiel für ein vorbildlich restauriertes und genutztes Landgut. Im Landhaus selbst befindet sich ein umfangreiches Museum, das in einer architektonischen Mischung aus maurischen und mallorquinischen Elementen einen Blick zurück in die Lebensweise auf der Insel in früheren Jahrhunderten gestattet antike Möbel, Zierrat, verschiedene Räumlichkeiten, ein eigenes Theater, das Kinderzimmer, die Familienkapelle oder die Folterkammer, alles kann der Besucher in Augenschein nehmen darüber hinaus durch einen gepflegten Garten mit Wasserfällen und Blumenrabatten spazieren. Am Ende des Rundgangs hat man die Möglichkeit Souvenirs zu erstehen und die Köstlichkeiten der Balearen zu probieren.

Ziel einer jeden Fahrt durch die Sierra de Tramuntana ist das Kap de Formentor, das Nordkap Mallorcas. Unterwegs sollte man einige Naturschönheiten der Sierra de Tramuntana nicht auslassen. Die Strasse Richtung Norden bietet zahllose Aussichten in die Täler von sehr gut ausgeschilderten Miradores. Das parken des Wagens ist hier kein Problem. Meist sind es Individualtouristen, denen man begegnet, mir ist z.B. auf der ganzen Strecke nur 1 Reisebus begegnet.

Der Gorg Blau - Naturwunder und Wasserspeicher in der Sierra de Tramuntana auf Mallorca

Zu meinen Favoriten auf Mallorca zählen die beiden Stauseen Embassament de Cúber und Embassament des Gorg Blau. Nach einem längeren Strassentunnel öffnet sich plötzlich rechter Hand der Blick auf den Gorg Blau. Man muss unweigerlich auf dem langgestreckten Parkplatz anhalte, denn die Landschaft ist überraschend - Vergleiche mit der Landschaft der norwegischen Fjorde kommen mir in den Sinn. Das grün schimmernde Wasser, die Steilwände der Sierra de Tramuntana - hier werden sie zu einer Komposition der Natur.

Oberhalb des Sees hat man nun einen Blick auf den Puig Major. Er ist der höchste Berg Mallorcas mit immerhin 1445 m Höhe. Das Gebirge ist durch Straßen und viele Wanderwege gut erschlossen. Es ist bisher vom Massentourismus weitestgehend verschont geblieben und ideal zum Wandern und Fahrrad fahren. Eine Wanderung um den See dauert knapp 2 Stunden. Ich hab es selbst ausprobiert und weis zu berichten, dass der Weg für den normalen Wanderer sehr angenehm ist.

Das Kloster Llluc auf Mallorca - Ein Wallfahrtsort und Stätte des Gebets

Nun fahre ich weiter in Richtung Kap Formentor. Hier liegt etwas abseits das Kloster von Lluc, das man auf einer kleinen Strasse, die sich links von der Hauptstrasse abzweigt, erreichen kann. Wieder handelt es sich um einen berühmten Wallfahrtsort. Das Gnadenbild der Muttergottes, das hier verehrt wird bezeichnen die Einheimischen als "La Moreneta" die "Braune", da die Statue diese Farbe hat. Die Entstehung des Klosters geht schon auf das 13. Jahrhundert zurück. Seine lange Geschichte und seine einmalige Lage Lage in einer Höhe von 525 m in den Bergen der Sierra de Tramuntana, machten Lluc zu einem bevorzugten Ziel für Besucher, die auf dem langen Weg Richtung Norden zum Kap de Formentor eine Pause einlegen.


Die Muttergottes vom LlucDie Legende der Nostra Senyora de Lluc, die von den Gläubigen ‘Sa Moreneta’, die Dunkelhäutige, genannt wird, bildete sich bald nach der christlichen Rückeroberung Mallorcas im Jahr 1229 durch Jaime I. Es ist die Geschichte des kleinen Hirtenjungen Lukas (Lluc), der beim Hüten seiner Schafe Eines Tages nahm Lluc an einer felsigen Stelle an einem Gebirgswasserlauf, der hinter der heutigen Sakristei liegt, ein Leuchten wahr. Als er sich näherte, entdeckte er die dunklehäutige Marienfigur, die er zum Priester der Kirche Sant Pere in Escorca brachte. Als nun die Menschen kamen, um die Figur zu sehen, war sie verschwunden. Noch am selben Tag fand Lluc die Madonnenfigur wieder am urspünglichen Fundort und brachte sie erneut in die Kirche, aus der die Statue erneut verschwand. Nachdem sich dieses merkwürdige Ereignis mehrere Male wiederholt hatte, schloss der Priester daraus, dass die Figur an ihrem Fundort bleiben wolle und veranlasste, dass dort eine Kapelle gebaut wurde. In der Folge entstand die Augustiner-Einsiedelei Nostra Senyora de Lluc , der später der Bau einer Herberge folgte. Und 1456 verfügte dann Papst Clixtus III. den Bau eines Klosters, nachdem die Kapelle für die vielen Pilger hoffnungslos zu klein geworden war. Nach den Plänen des berühmten Baumeisters Jaume Blanquer wurde von 1622 bis 1691 die heutige Klosterkirche erbaut. Diese erhob Papst Johannes XXIII. 1962 in den Rang einer Basilika.

 

Kloster Lluc - Der Innenraum der Wallfahrtsirche ist ein Kunstwerk des Barock und eine der schönsten Kirchen auf der Sonneninsel

Das Innere ist recht Dunkel. Als ich die Kirche betrete brauche ich eine ganze Zeit, um mich an das Zwielicht zu gewöhnen. Leider ist das Gotteshaus ausserhalb der Gottesdienste nur sehr spärlich beleuchtet. Mann muss als Fotograf, will man auf den Blitz verzichten, schon einige Sekunden belichten, um die Kirche in ihrer ganzen Schönheit zu fotografieren. Den Hochaltar schuf der bekannte Baumeister Jaume Blanquer persönlich. Das Hauptschiff besitzt jeweils 3 Seitenkapellen, in denen prachtvolle Altäre des Heiligen Josef, des Heiligen Petrus und von Jesus Christus stehen. Die Vierungskuppel mit den 12 Aposteln überwölbt den Hochaltar. Die eigentliche Madonnenkapelle mit dem Gnadenbild der Nuestra Senyora de Lluc liegt hinter dem Hochaltar. Die Schwarze Madonna wurde 1884 von Bischof Don Mateo Jaume im Namen des Papstes Leo XIII. gekrönt.

Die wildromantische Landschaft auf der Halbinsel Formentor (Peninsula de Formentor)Über Pollenca geht es nun stetig Richtung Kap Formentor. Alleine die 13,5 km lange Strasse, die ein Italiener gebaut hat, ist die Reise wert. Der Blick auf die Hänge und auf das Meer, vor allem auf der linken Seite, wird immer spektakulärer. Und ich spüre, dass das Kap nicht mehr weit sein kann, denn es wir immer windiger. Die Halbinsel Formentor wird von den Einheimischen nicht umsonst seit jeher "Treffpunkt der Winde" genannt.

 

Türkisfarbene Buchten unterhalb der Strasse auf der Halbinsel Formentor

Und schliesslich wird es noch einmal eng. Rechts eine Felswand, die über die Strasse hängt, rechts der Blick auf eine türkisfarbene Bucht. So hatte ich mir das Mietwagen Mallorca, das Urlauber Mallorca und die Sonneninsel der Deutschen nicht vorgestellt Bis hierher waren mir keine Touristengruppen begegnet und die Landschaft unter mir war von einsamer Schönheit.
Doch das sollte sich nun ändern. Das Kap Formentor ist eines der am meisten frequentierten Besucherzentren auf Mallorca. Der Leuchturm ist in Sicht und ich stelle mir, angesichts einer Autoschlange, die wie aus dem Nichts auftaucht, die Frage: "Wo kommen die denn alle her?". Die Antwort ist leicht. Von den Stränden im Süden bei Palma, Arenal und den Bettenburgen entlang der Strände. Auf anderen Wegen zwar als durch die Sierra de Tramuntana, aber sie sind dennoch da.

 

Mallorca - Der Blick auf das Kap Formentor mit dem Leuchtturm

Die Kolonne der parkenden Autos reicht so weit unterhalb des Leuchturms zurück, dass ich rund eine Stunde brauche, um meinen Wagen ebenfalls abzustellen. Erst dann steht der Aufstieg auf das Plateau, auf dem der Turm liegt an. Vergleiche ich den Ausblick, der sich vom Turm auf die umliegende Landschaft bietet, mit den Eindrücken, die ich zuvor während der Fahrt durch die Sierra de Tramuntana sammeln konnte, verblasst der Reiz dieses Ortes, denn hier geht es nur darum einmal vor dem Turm zu posieren, im kleinen Cafe unterhalb des Leuchtturms einen Kaffee und etwas zu Essen zu bestellen, kurz zu verweilen und dann wieder aufzubrechen. Denn der Weg nach Süden ist weit und dauert lange.

Der Leuchtturm auf dem Kap Formentor ist das Ziel vieler Besucher auf Mallorca