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Seychellen - La Digue - Die Trauminsel
Nur selten kann man das Wort Bilderbuchinsel oder Traumstrand benutzen ohne leichte Übertreibung bezichtigt zu werden. Im Falle von La Digue ist das nicht so. Im berühmten Dreieck der Seychellen bestehend aus den Inseln Mahe, Praslin und La Digue, bezeichnen viele die nur 15 km² große Insel als ein wahres Paradies. Auch wenn sie nicht zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört wie das Vallee de Mai auf der Nachbarinsel Praslin, so gilt es auch hier die einmalige Natur zu schützen.
Ich legte die 43 km von der Hauptinsel Mahe nach La Digue mit einem der zahlreichen Boote zurück, die hier regelmäßig die Verbindung zwischen den Inseln sicherstellen. Die gesamte Insel ist mit Riffen umgeben und nur an der kleinen Stelle, wo sich der Hafen befindet hat die Natur eine Lücke gelassen und so den Bau des Hafens ermöglicht.
Die wenigen Hütten und Häuser rund um die Anlegestelle der Schiffe, sind neben der Schule und der Kirche der Dreh- und Angelpunkt des Insellebens. Hier sind Souvenirläden, einige Cafés und Bass zu finden und natürlich das Hauptverkehrsmittel auf La Digue, dass "Ochsentaxi", jene überdachten Holzkarren vor denen schwergewichtige gutmütige Ochsen, stets durch Lauterufe ihres Besitzers angetrieben, ihren Dienst tun und Touristen zu den Sehenswürdigkeiten der Insel bringen.
La Digue wurde 1744 entdeckt und 1768 von Marion Dufresne nach einem seiner Schiffe 'La Digue' benannt. Wenn man die Insel bereits mehrere Male besucht hat ist festzustellen, dass sich der Andrang von Besuchern und die damit verbundenen Nachteile für die urwüchsige kalte Insel, deutlich verstärkt haben. Die Preise steigen, hier und da sieht man die 1. Abfälle an den Straßenrändern, die Ochsentaxis werden mit Besuchen überladen und was das Schlimmste ist, die ersten Ochsentaxis mit Motor d.h. umgebaute Kleinbusse mit Ochsentaxi-Anstrich drehen ihre Runden und auch auf La Digue muss man jetzt bereits den wachsenden Verkehr als Fußgänger und Radfahrer ausweichen.
Doch genug der Nachteile. La Digue ist immer noch schön, traumhaft. Diesmal hatte ich mir vorgenommen ein Fahrrad zu mieten. Unweit der Anlegestelle, am Hafen, befinden sich zahlreiche Verleiher die für 10 bis 12 US$ ohne Zeitbegrenzung einen Drahtesel vermieten. Auch hier gilt die alte Globetrotter-Regel: "nimm nie den 1., der sich die anbietet!". In der 2. und 3. Reihe findet man billigere und mangels Andrang auch bessere Fahrräder.
Für alle Interessierten ist dies eine wichtige Empfehlung, denn die Fahrräder von La Digue, das kann ich aus eigener, schmerzvolle Erfahrung sagen, neigen dazu, sich nach ein bis zwei Stunden in ihre Einzelteile aufzulösen, wenn man sich bei der Anmietung nicht entsprechend mit dem Gefährt auseinandergesetzt hat. Man prüfe ob die Pedale fest sitzen, die Kette stramm genug ist, die Gangschaltung funktioniert und genügend Luft in den Reifen ist, die noch über ausreichend Profil verfügen sollten. Auch wenn die Insel klein ist, wer eine umfassende Rundfahrt Unternehmen will legt gut und gerne zwischen 20 und 30 km zurück, oftmals in ansteigenden und dann wieder abfallenden Terrain.
Ich mache mich auf den Weg, auf dem Weg, den nahezu alle Besucher der Insel nehmen, wenn alle haben das gleiche Ziel - den Nationalpark 'L' Union Estate', den Pionte Source D'Argent und den Traumstran der Seychellen 'Anse Sourse D'Argent'. Die 3 km bis zum Parkeingang sind schnell zurückgelegt. Noch vor wenigen Jahren, konnte jeder ein- und ausgehen, doch heute muss auch hier ein Eintrittsgeld entrichtet werden.
Man fährt nun durch einen tropischen Palmenhain, der zu den Postkartenmotiven der Insel zählt. Rechter Hand sieht man den historischen Friedhof und kurz darauf eine Vanilleplantage, die die Möglichkeit bietet die noch grünen Schoten einmal an der Pflanze selbst zu sehen. Der Verarbeitungs Prozess der Vanille ist extrem aufwändig - verschiedene Vermentierungsphasen, eine schwierige Lagerung, , die Qualitätssicherung, der Transport und Export und die schwierige Pflege der Plantagen selbst machen Vanille zu einem der teuersten Gewürze der Welt. Man kann sie auf Madagaskar, auf Reunion, auf Sansibar und auf den Seychellen erwerben und das immer noch viel günstiger als bei uns.
Ich fahre weiter und erreichte schließlich den Parkplatz für Ochsenkarren und Fahrräder. Hier kann man etwas über die Verarbeitung der Kokosnüsse erfahren und die Kokosnuss gilt in den Tropen als der Baum des Lebens. Alle Bestandteile von den Blättern, wie die Nussschalen, dass Kokoswasser, dass Cobra, die Milch und selbst die Baumrinde werden verarbeitet und versorgen die Menschen mit allem nötigen.
Dann ist es endlich so weit. Der Moment ist dar, auf den ich mich besonders gefreut hatte. Das Gehege mit denen Seychellen Riesenschildkröten. Die monumentalen Tiere sind Relikte aus der Uhrzeit unseres Planeten, sie bewegen sich gemächlich, wirken gutmütig und sind dennoch ein Studienobjekt der Wissenschaft. Es handelt sich um ein eigene Spezies von Landschildkröten, die man lange, etwa seit 1840, für ausgestorben heilt, da die letzten in der Wildnis lebenden Tiere um 1830 nachgewiesen worden waren.
Auf den Seychellen konnten die Schildkröten aber in Gefangenschaft überleben. Sie werden zwischen 70 und 120 Jahre alt, die Exemplareauflage sind, wie das Schild am Gehege gelegt, zwischen 70 und 90 Jahre alt und nehmen den zunehmenden Touristenrummel, der sich maßgeblich auch um sie dreht eher gelassen hin. Ich konnte das auch daran festmachen, dass sich gleich drei Männchen mit ihren Weibchen paarten, während mindestens ein Dutzend Besucher das Gehege fest im Blick hatten - ein Zeichen dafür, dass man sich nicht gestört fühlt.
Dann sind es nur noch 100 m bis zu dem am meisten fotografierten Strand der Welt. Die berühmten Granitfelsen bilden pittoreske Formationen, schon oftmals Kulisse für Werbeaufnahmen waren unter anderem für karibischen Rum, süßes Konfekt, Pralinen, Mode und Kosmetikartikel. Auch wenn die meiste Zeit des Tages, besonders dann wenn Ebbe ist, das Baden in der Lagune aufgrund des niedrigen Wassers eher schwierig oder unmöglich ist, ist ein Aufenthalt am 'Anse Sourse D'Argent' ein Muss für jeden Besucher. Wassertemperaturen von 28 °C, eine sanfte tropische Brise, der Ausblick auf die Nachbarinseln Praslin und Mahe lohnen einen noch so weite Anreise.
Nach 1 h der Entspannung am Strand heißt es für mich aufbrechen. Ich will heute noch die Insel durchqueren und die Traumstrände auf der anderen Seite der Insel besuchen 'Grand Anse' und Petite Anse'. Die Landschaft von La Digue ist gebirgig und steigt im Zentrum der Insel bis zu einer Höhe von 330 Metern auf. Der Berg heißt ‘Nid d’ Aigles’, was auf Deutsch ‘Adlernest’ bedeutet. Das heißt für den Radfahrer, selbst wenn er nicht vorhat, bis auf den Gipfel vorzustoßen, dass ein nicht zu unterschätzen der Anstieg zu bewältigen ist und dass bei tropischen Temperaturen. Der Weg führt an der Strassengabelung unweit des Nationalparkgebietes nach rechts in Richtung Landesinnere. Hat man die letzten Häuser hinter sich gelassen steigt der Weg stetig an. Hier einmal anzuhalten lohnt sich auf jeden Fall, denn zahllose blühende Pflanzen aus der Familie der der Ingwer -Gewächse stehen auf beiden Seiten des Weges. Und wer ganz genau hinschaut, der kann sie entdecken: die Palmen-oder Seidenspinne.
Ich bin begeistert. Es handelt sich um ein fast 6 cm großes Exemplar dieser Tropenspinne, die ihren Namen 'Seidenspinne'den äußerst stabilen Netzen verdankt, die sie meist zwischen zwei Büschen oder Bäumen befestigt. Diese können mehrere Meter groß sein und besteht aus den charakteristischen Fäden die bei Sonneneinstrahlung golden schimmern. In der Netzmitte sitzt das Tier und wartet auf Beute.
Ich fahre weiter und habe den höchsten Punkt des Radweges erreicht. Linker Hand öffnet sich ein weites Tal überwachsen von von Wald, der einen noch recht intakten Eindruck hinterlässt. Von nun an geht die Straße stetig bergab und nach kurzer Zeit erreiche ich das Restaurant unweit des Strands Grande Anse. Sie nimmt jeder, der die Insel auf diese Weise durchquert hat, deren eine Erfrischung zu sich und sei es nur das Wasser einer gekühlten Kokosnuss. Wie stelle ich mein Fahrrad ab und es geht zum Strand. Er wirkt und endlich lang, fast menschenleer, blütenweiß, feinsandig und die Granitformationen sind noch gewaltiger als beim Anse Source D'Argent.
Hier in die Fluten des indischen Ozeans einzutauchen ist ein besonderes Erlebnis, wenn man auch das mehr genau beobachten sollte, da die Strömungen auf dieser Seite der Insel recht stark sein können und somit das Baden nicht ungefährlich. Der Rückweg zum Hafen von La Digue ist dann keine einfache Sache. Ein starker Anstieg ist zunächst zu bewältigen und testet die Kondition des Radfahrers unter tropischer Sonneneinstrahlung mal so richtig aus.
Hat man das Ziel jedoch erreicht, verlässt man die Insel mit der Gewissheit, eines der noch letzten existierenden Paradiese auf unserer Erde besucht zu haben. Hoffentlich sorgen die rund 3200 Einwohner dafür, dass trotz aller Notwendigkeit, Geld zu verdienen, diese einmalige Landschaft noch lange unbeschadet erhalten bleibt.

















