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Der Kontinent Nordamerika

Weltkarte von Martin Waldseemüller 1507

Zum nördlichen Teil des amerikanischen Kontinents gehören die Staaten Kanada, Mexiko und USA, ebenso wie die Staaten Zentralamerikas und mehrere Staaten der Karibik. Nordamerika wird von den Rocky Mountains im Westen und den Appalachen im Osten durchzogen. Zu Nordamerika wird auch Grönland, die größte Insel der Welt gerechnet.
Nimmt man es genau, so hat ein deutscher Kartograf dafür gesorgt, dass Amerika heute Amerika heißt. Martin Waldseemüller benutze diesen Namen für den neu entdeckten Kontinent erstmals auf seiner ersten Weltkarte im Jahr 1507. Der Namen erinnert an Amerigo Vespucci, einen der frühen europäischen Entdecker, die Teile des Kontinents bereisten. Er veröffentlichte seine Berichte und beschrieb seine Reise vor allem in Briefen und unterzeichnete sie meist mit dem Namenszug 'Amerigo'.

Eisberg in der Discobucht in Grönland

Nordamerika erstreckt sich über nahezu alle Klimazonen der nördlichen Hemisphäre. Der gewaltige Eispanzer Grönlands im Nordosten und die unendlichen Schneelandschaften Alaskas, die smaragdgrünen Seen und Fjorde in British Columbia, der St. Lorenzstrom in Ostkanada, die grossen Seen rund um Chicago, die Niagara-Fälle und die Rocky Mountains, all das sind landschaftliche Höhepunkte Nordamerikas, viele von ihnen weltberühmt, geschützt und Touristenmagnete.

Blick in   den Grand Canyon USA

 

Nicht minder anziehend sind die Wüsten Nevadas und die pazifische Küste der USA, der Grand Canyon und das Death Valley und zeigen die Vereinigten Staaten von einer ganz anderen, ihrer wilden und z. T. noch sehr unberührten Seite. Im Osten der USA sind es Städte wie Philadelphia, New York und Miami und im Westen San Francisco und Los Angeles, mit denen man die amerikanische Lebensart verbindet und die man zurecht Weltstädte nennt. Vor allem ein Besuch in Philadelphia ist für jeden Amerikaner Ehrensache. Einmal zu den Ursprüngen der Nation zu reisen, die Constition Hall und die Freiheitsglocke zu sehen oder am Grab von Benjamin Franklin stehen, daß gehört einfach dazu.

Philadelphia Liberty Bell

 

Der Süden der Vereinigten Staaten ist tropisch so wie die Everglades in Florida oder die Inseln der Keys, deren bekannteste Key West ist. Nimmt man die Inseln der Karibik, die zu den Vereinigten Staaten gehören und die Inseln des Hawaii-Archipels hinzu, so ist der nordamerikanische Kontinent der drittgrößte der Kontinente.


Fort San Marco San Augustine

Die Geschichte des Kontinents wurde von den Europäern seit jeher in einem besonderen Licht gesehen, galt doch lange Zeit der Seefahrer Christoph Kolumbus als der Entdecker Amerikas. Doch diese Lehrweisheit kann nach dem heutigen Wissensstand nicht mehr gelten, denn es ist erwiesen, dass bereits die Wikinger es waren, die erstmals die Ostküste Amerikas erreichten und das rund 1000 Jahre vor den Europäern. Selbst die Chinesen fuhren bereits 70 Jahre vor Christoph Kolumbus mit ihren Schiffen rund um die Welt.

Klimatisch ist der nordamerikanische Kontinent ebenso vielschichtig wie als Kulturkreis. Einige der kältesten Orte der Welt liegen auf ihm, ebenso einige der trockensten und heißesten. Die Südküsten sind im Bereich des Karibischen Meers in einigen Monaten des Jahres der Gefahr von Hurrikanen ausgesetzt, während die Westküste durch heiße Winde begünstigt oftmals unter Feuern zu leiden hat. Darüber hinaus gehört der Bruch zwischen der pazifischen und der nordamerikanischen Platte, der San-Andreas-Graben, zu den am meisten von Erdbeben bedrohten Gegenden der Welt.



Blick vom   Empire State Building auf Manhatten

Der Amerikanische Kontinent ist der Motor der Weltwirtschaft. Diese offensichtliche Tatsache bekam die Welt besonders während der Weltwirtschaftskrise des Jahres 2009 zu spüren, die in den USA ausgelöst wurde. Der Wirtschaftsraum umfasst 23 Staaten mit rund 440 Millionen Menschen.

In Alaska reichen die ältesten gesicherten menschlichen Spuren 12 bis 14.000 Jahre zurück. Die Ureinwohner auf dem heutigen Gebiet der USA, die durch die Europäer irrtümlich als 'Indianer' bezeichnet wurden, da Christoph Kolumbus geglaubt hatte, Indien entdeckt zu haben, waren Menschen, die bis zum Erscheinen der Europäer Landwirtschaft und Viehzucht betrieben, ihr Auskommen hatten und ein reges Stammesleben mit einer eigenständigen Kultur pflegten.

Baltimore Constelation

Nach den europäischen Eroberungen des 16., 17. und 18. Jhs. wurden sie immer mehr zurückgedrängt und von eingeschleppten Krankheiten dezimiert. Heutzutage sind die verbliebenen Stämme in Reservaten 'untergebracht'. Die älteste Stadt der USA ist St. Augustine in Florida. Sie wurde 1565 durch spanische Seefahrer gegründet. Briten und Franzosen (vor allem in Ostkanada) kämpften untereinander um die neuen Ländereien auf dem amerikanischen Kontinent, sodass geschichtliche Zeugnisse mit einigen Ausnahmen, meist erst aus den Zeiten nach diesen Kriegen stammen.

Die Geschichte der USA beginnt erst am 4. Juli 1776 durch die Verkündung der Unabhängigkeitserklärung, konnte aber weitere militärische Auseinandersetzungen nicht verhindern. Der Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 und der Amerikanische Bürgerkrieg schwächten die junge Nation derart, dass es bis zum Ende der Ära des 'Wilden Westens' im Jahre 1890 dauerte, nachhaltigen Frieden zu bekommen. Auch die Zeit der Sklaverei mit zahllosen Aufständen in den Südstaaten trug zur Instabilität in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. bei.


Inian   Summer in Kanada.

Auch der Blick in den nördlichen Teil des Kontinents, nach Kanada zeigt noch viele Spuren der europäischen Entdeckungen, Eroberungen und Spuren einer Zeit, in der sich Großbritannien und Frankreich auch hier um die Vormacht stritten. Entlang der kanadischen Ostküste, bis nach Neufundland im Norden und Nova Scotia im Süden sind es Städte wie St. John's und Halifax, die noch heute historische Bauwerke aus jener Zeit und ein Stück dieser Lebensweise pflegen. Besucher kommen nach Ostkanada vor allem auch im Herbst, wo alljährlich das Naturschauspiel des Indian Summer zu bewundern ist und die Natur in fast unwirkliche Farben taucht.