Gabun
Gabun - Wald, Pygmäen und Albert Schweizer
Das Land Gabun liegt auf beiden Seiten des Äquators und hat durchweg feuchtes Tropenklima. Waren früher große zusammenhängende Waldgebiete in Gabun zu finden, wurden diese in den letzten Jahrzehnten immer mehr abgeholzt und "gewinnbringend" verkauft. Die flache Küstenregion besteht meist aus Mangrovenwäldern, ins Landesinnere hinein erreicht Gabun eine Höhe bis zu 1575 m. Die Nachbarländer sind im Norden Äquatorialguinea und Kamerun, im Osten und Süden Kongo.
Schon in der Urzeit lebten Pygmäen in den ausgedehnten Urwaldgebieten Gabuns, waren Jäger und Sammler und standen mit der Natur in Einklang, da sie sich nur soviel nahmen, wie sie brauchten. Im 15. Jh. wurde auf dem Gebiet des heutigen Gabun der Bantu-Staat Loango gegründet.Auf den Flüssen des Landes, Ogooué, Nyanga, Ivindo und Como erreichten im selben Jahrhundert. Europäische Seefahrer das Land und befuhren die Bucht, die sich südlich von Libreville ins Meer öffnet. Ihrer Form entsprechend benannten die Portugiesen sie "gabao", was Mantel mit Kapuze bedeutet. In den folgenden Jahrhunderten erfuhr Gabun die Kolonialisierung mit all ihren Nachteilen und Härten. Sklaverei, Ausbeutung und Krieg waren an der Tagesordnung. Die Kolonialmächte Portugal, Frankreich, England und die Niederlande stritten sich Gabun und vor allem um die vorgelagerten Inseln Sao Tomé und Principe.
Zweck dieser Auseinandersetzung war die Suche nach wertvollem Holz, Elfenbein, Gewürzen und sogar Gold. Die Volksstämme, die im heutigen Gabun damals lebten, die Myenes und Pangwe versuchten sich mit den Kolonialherren zu arrangieren und schlossen Verträge mit den Franzosen, um dem Schicksal des Sklavenhandels zu entgehen. Libreville, die Stadt der freien Sklaven entstand. Insgesamt hat Gabun mit über 40 Stämmen und Volksgruppen eine große ethnische Vielfalt und entsprechende Probleme.
Erneut begann eine Phase der Ausbeutung der Ressourcen des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg seitens der Franzosen und eine frankreichfreundliche Schicht von Einheimischen übernahm die Macht 1960. Es folgten Jahre politischer Auseinandersetzungen, die sogar zum Einsatz der im Land befindlichen französischen Truppen führten. 1967 kam dann Albert B. Bongo an die Macht und nutzte seine Stellung als Präsident des Landes zur strengen Verfolgung der Opposition, obwohl er seine Politik als "Politik der nationalen Versöhnung" bezeichnete. Diese stützte sich aber nur auf eine Elite von Splittergruppen im Land.
Touristisch ist Gabun kaum erschlossen und Reisen durch das Land entsprechend schwierig. Für interessierte Besucher ist vor allem Lambarene das bevorzugte Reiseziel in Gabun, jener Ort, in dem der Theologe, Mediziner und Organist Albert Schweizer 1913 sein Urwaldkrankenhaus errichtete und bis zu seinem Tod 1965 hier lebte.
