Fidschi
Fidschi - Inselparadies mit Problemen
Die Fidschi-Inseln war lange Zeit der wirtschaftlich leistungsfähigste Inselstaat Ozeaniens. Seitdem am 5.12.2006 das Militär die Macht übernommen hatte und der damals amtierende Präsident unter Hausarrest steht, ist das Land politisch instabil. Aus den Händen der Militärmachthaber erhielt der neue Präsident Ratu Josefa Iloilo am 4.1.2007 gemacht, um eine zivile Regierung zu bilden. Iloio setzte am 10.4.2009 die Richter ab, gab die Macht zurück in die Hände der Militärs und erließ Notstandsverordnungen, die bis heute gelten.
Die Lage im bevölkerungsreichsten Inselstaat Ozeaniens ist somit nach wie vor undurchsichtig. Erst 1970 wurden die Fidschi-Inseln unabhängig und hatte schon damals mit großen Problemen zu kämpfen bei den Volksgruppen - die Melanesier und die Inder, die von den einstigen Kolonialherren auf die Inseln geholt wurden, um auf die Plantage zu arbeiten, sind von ihren kulturellen Wurzeln, ihre politischen und religiösen Ansichten, ihrem Brauchtum und nicht zuletzt der Sprache so unterschiedlich, dass Konflikte vorprogrammiert waren und immer noch sind.
Waren die Fidschi-Inseln vor den politischen Unruhen auf dem besten Wege ein Urlauber-Paradies zu werden, ist von diesem Prozess nicht viel übrig geblieben und der Tourismus fast vollständig zum Erliegen gekommen. Hatte man sich in den achtziger Jahren noch darauf vorbereitet Gäste aus aller Welt auf den Fidschi-Inseln begrüßen zu können, greift die Armut aktuell immer mehr um sich. Ein Grund hierfür ist die hohe Arbeitslosigkeit.
Rund 85 % der gesamten Landesfläche entfällt auf die beiden Hauptinseln Viti Levu und Vanua Levu. Bei den Inseln handelt es sich um Vulkan massive, wie vom Meeresboden aufragen und oberhalb der Wasseroberfläche tropisch grüne und bewaldete Berglandschaften aufzuweisen haben. Der Rest des Landes besteht aus zahllosen kleinen Aktoren, die zum Teil nur wenige Meter aus dem Wasser herausragen. Ihre Entstehung ist auf das Wirken von Korallen zurückzuführen und stelle somit ein empfindliches Ökosystem dar, deren Schutz in der derzeitigen politischen und finanziellen Lage der Fidschi-Inseln vernachlässigt wird. Die meisten dieser Koralleninseln sind unbewohnt, aber ein Paradies für Tiere und Pflanzen. Die Fidschi-Inseln liegen in der Passatzone und haben ganzjährig ein angenehmes Klima mit Tagestemperaturen zwischen 25 und 27°.
Bei einem Blick in die Geschichte der Inseln erfährt man, dass die Besiedlung durch die Melanesier vor rund 4000 Jahren geschah. Es handelte sich um Stämme, die aus Südostasien auf die Insel des Pazifik gekommen war. Im Laufe der Jahrhunderte beendete sich die Lebensweise der Melanesier dahin gehend, dass sie immer mehr die Traditionen, Riten, ja sogar Teile der Religion der politischen Nachbarn übernahmen. Die Basis für die heutigen Probleme auf den Inseln legten die Briten, indem sie verstärkt Arbeitskräfte aus Indien auf die Inseln brachten, um die Zuckerrohrplantagen weiterhin betreiben zu können. Ein Recht zur Rückreise wurde den indischen Gastarbeitern erst nach rund 10 Jahren Arbeit gewährt. Viele der abhängigen Familien konnten sich eine solche Reise aber nicht leisten und blieben auf den Inseln, sodass heute die Nachkommen dieser Plantagenarbeiter fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Durch die Zugehörigkeit zum Hinduismus oder zum Islam kommt es unweigerlich zu Spannungen mit den Melanesiern, die sehr unterschiedlichen polynesischen Religionen angehören. Im Zeitalter der Globalisierung verschärft sich das Problem nun zusehends durch viele Chinesen, die sich auf den Inseln niedergelassen haben, um hier Handel zu treiben. So entstand ein buntes Völkergemisch auf den Inseln. Während die Inder durch ihren wirtschaftlichen Erfolg meist in den Städten leben und sich einer sehr modernen Lebensweise angepasst haben, trifft man auf dem Land immer noch die vorherrschend hierarchischen Dorfgemeinschaften, in denen strenge Sitten gepflegt werden.
Dennoch hat man als Besucher auf den Fidschi-Inseln mit einer außerordentlich freundlichen Begrüßung durch alle Bevölkerungsgruppen zu rechnen und die Menschen auf der Straße sind zuvorkommend und neugierig darauf, was der Reisende zu berichten hat.
Angesichts der Geschichte der Fidschi-Inseln und des langen Kampfs um Freiheit fällt schwer zu glauben, dass Fidschi einmal als "Kannibaleninsel" bekannt war und die Einwohner dieser Inseln als die grausamsten und kriegerischsten Menschen in ganz Melanesien befürchtet wurden.
Nicht zuletzt durch die instabile Lage im Land in den letzten Jahren stagniert die Entwicklung des Staates nachhaltig. Das Überleben uralter Traditionen ist ebenfalls in Gefahr, denn aufgrund der allgemeinen Notsituation werden Feste, der farbenfrohe Tanz, die Musik, das "Feuerlaufen" und eine Fülle von Brauchtum rund um die Familie nicht mehr gepflegt und drohen in Vergessenheit zu geraten.
Man kann nur hoffen, dass die Fidschi-Inseln bald eine frei gewählte und stabile Regierung haben werden, die das Wohl aller Menschen auf den Inseln im Blick hat, den Tourismus wieder belebt und mit den Schönheiten dieser Perlen des Pazifik, wie früher, Besuchern aus aller Welt einen außergewöhnlichen Urlaub anbieten kann.
