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El Salvador


El Salvador - das Land des Erlösers

Obwohl El Salvador nach Jesus Christus, dem Erlöser, benannt wurde, ist seine Geschichte und auch seine jüngste Vergangenheit keineswegs friedlich verlaufen. Es ist das kleinste Land in Zentralamerika und das zugleich am dichtesten besiedelte. El Salvador ist ein gebirgiges Land - das Küstengebirge ist von besonderer landschaftlicher Schönheit und wird von einer Kette von Vulkanen bestimmt, deren höchster mit 2381 m der Santa Ana ist. Das zentrale Hochland wird von zwei Gebirgszügen eingerahmt, zum einen die Küstenkordillere und zum anderen der Kamm der zentralamerikanischen Kordillere im Nordosten.


Diese Naturgegebenheiten hatten zur Folge, dass 46 größere Erdbeben gezählt wurden und das Land immer wieder mit solchen Naturkatastrophen zu rechnen hat. Die Hochtäler in El Salvador sind äußerst fruchtbare Gegenden mit ausreichenden Niederschlägen unfruchtbaren vulkanischen Böden und somit das bevorzugte Siedlungsgebiet der Bewohner.


Die Landwirtschaft ist der bedeutendste Wirtschaftszweig des Landes, in dem immer noch über 20 % der Menschen beschäftigt sind. Hier wird aber maßgeblich für den Export und nicht mehr für die Eigenversorgung gewirtschaftet, was zur Folge hat, dass viele Arbeiter ihre Familien mit dieser Tätigkeit alleine nicht mehr ernähren können. El Salvador ist auch eine der Kaffeerepubliken. Im Hochland finden die Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen vor und Kaffee war lange Zeit ein wichtiges Exportgut. Allerdings haben die sinkenden Weltmarktpreise die Stellung des Kaffees in dem kleinen Land deutlicher verändert.



90 % der Einwohner von El Salvador bezeichnen sich selbst als Mestizen und verweisen damit auf die Vermischung zwischen den Spaniern den Ureinwohnern in ihrem Land. Als die Spanier 1524 in das Hochland des heutigen El Salvador gelangten, trafen sie auf zahlreiche Stimme von wehrhaften Ureinwohnern, die ihr Land durch heftige Kämpfe verteidigten. Wie wir heute wissen war dieser Versuch nicht von Erfolg gekrönt aber die Spanier benötigten immerhin 18 Jahre, bis Frieden in der Region einkehren konnte, ein Frieden, der mit Blut und dem Schwert erkauft war.


Am 15. September 1821 erlangte El Salvador die Unabhängigkeit von der einstigen Kolonialmacht Spanien und gehörte danach der zentralamerikanischen Konföderation (Confederación de Centroamérica) an bis zu deren endgültigem Auseinanderbrechen im Jahr 1839.


Im Laufe der Zeit übernahm 14 Familien einen Großteil des Landes, den sie sich de facto angeeignet hatten, und bestimmten die Geschicke von nun an. Das Land wurde isoliert, instabil und war fortan von zahlreichen kriegerischen außer Landes erzwungen, politischen Umwälzungen und Militärputschen gekennzeichnet.




Die Regierungen wechselten derartige häufig, dass bis heute über 100 Machthaber in El Salvador an der Regierung waren. Die 80iger und 90iger Jahre des 20. Jahrhunderts waren von Reform versuchen, Widerständen, Kriegen und Guerillakämpfen bestimmt und das Land kann weiterhin nicht zur Ruhe.


Die soziale Entwurzelung der Menschen durch den Bürgerkrieg hat zur Folge, dass das Land auch heute noch große Probleme hat: Überfälle, Bandenkriminalität Entführungen und andere Gewalttaten sind an der Tagesordnung und die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. Die Arbeitslosenquote immer noch sehr hoch, was vermuten lässt, dass auch in Zukunft El Salvador ein sozialer Brennpunkt in Zentralamerika bleiben wird.