China
China - Das 'Reich der Mitte' im Aufbruch
ins 21. Jahrhundert
Würde man China als Kontinent bezeichnen, oder als Subkontinent, läge man gar nicht so falsch. Fast 1,3 Milliarden Menschen leben hier, in einem Land, das nahezu alle Klimazonen der Erde aufzuweisen hat und eine der frühen Hochkulturen in der Entwicklung der Menschheit darstellt.
In großen Schritten geht China in der Gegenwart auf den Konsum und den Kapitalismus zu. Chinesen reisen durch die ganze Welt, nehmen Teil am internationalen Kommerz und in Städten wie Hongkong, Shanghai und Peking lässt sich erahnen, welche Nachfrage nach Wirtschafts- und Konsumgütern in den nächsten 20 Jahren aus China kommen wird. China wird, da sind sich die meisten Wissenschaftler heute einig, der Wachstumsmarkt der Zukunft werden.
Jeder moderne Chinese wird sich über kurz oder lang ein Handy wünschen - natürlich einen Computer, einen Laptop, einen Flachbildschirm und Unterhaltungselektronik wie IPod oder IPhone - darin unterscheidet die junge Generation des Landes in nichts mehr vom Rest der Welt. Das Überleben des Kommunismus in China wird also massgeblich davon abhängen in wieweit diese Wünsche der Menschen erfüllt werden können und auch davon, ob es den Politikern gelingen wird, die Umweltprobleme im Reich der Mitte zu lösen.
Reisen durch China bieten unerschöpfliche Eindrücke. Meeresküsten im Westen und Süden, die rund 14.000 km lang sind, gewaltige Gebirge, Städten und Hochebenen, die von der Natur derart angeordnet sind, dass China Jahrhunderte lang als ein abgeschlossenes, unzugängliches und unbekanntes Reich galt. Lediglich von Norden her ist China zugänglich und durch Feinde verwundbar.
Das Klima reicht vom tropischen Wäldern bis hin zu sibirischen Temperaturen, Feuchtregionen und Wüstenklima. Das Territorium des Landes reicht von der tropischen Insel Hainan im Süden bis zu den extremen winterkalten Regionen der Mandschurei im Norden, vom Panmir im Westen bis zum Zusammenfluss von Amur und Ussuri im Nordosten.
Der Nord- und Ostteil des Landes ist vom Hügellandschaften und Tiefebenen geprägt. Berühmt sind hier die Treppenlandschaften und Terrassen, die intensiven Ackerbau gestatten. Reisanbau wird hier extensiv betrieben. Die Lössebenen mit ihrem fruchtbaren gelben Flugsand entstanden, als dieser Sand aus den Wüstengebieten hierher geweht, sich abgelagerte und zu einer 100 m dicken Lössschicht verfestigt wurde. Da der Löss sehr fruchtbar ist, ist hier so etwas wie die Kornkammer Chinas zu finden.
Zu den interessantesten Bauwerken der Erde gehört die rund 6400 km lange Chinesische Mauer oder auch 'Große Mauer' denannt. Sie ist das größte Bauwerk, das je errichtet wurde. Die heutige Mauer entstand in ihrer uns bekannten Ausdehnung durch die Ming-Kaiser zwischen dem späten 14. Jahrhundert vor der Mitte des 16. Jahrhunderts. Sie ist das einzige von Menschenhand geschaffene Bauwerk, so sagt man, das vom Weltraum aus zu erkennen ist.
Will man sich der Geschichte Chinas nähern so bedeutet das ein Studium von mehr als 5000 Jahren Geschichte, denn schon 3000 v. Chr. gab des hier die Yanghshao-Kultur. Eine erste staatliche Einheit erfolgt in der Qin-Dynastie, die nur 15 Jahre an der Macht war, aber vom ersten Kaiser Chinas geführt wurde.
Zahlreiche nachfolgende Dynastien wie die Han-Dynastie, die Sui-Dynastie, die Tang-Dynastie, die Song-Dynastie bis hin zur Ming-Dynastie, machen China zu einem mächtigen Reich in dem, Kunst und Wissenschaften, Seefahrt und Himmelskunde ebenso zuhause waren wie Traditionen, Riten, Zeremonien und Feste. Das chinesische Reich verfügte über eine mächtige Armee, die immer wieder versuchte den Einflussbereich seiner Kaiser zu vergrößern.
Unterbrochen wird dieser Prozess ab 1279 durch den Einfall der Mongolen, die die Yuan -Dynastie begründen. Der Buddhismus hatte in den vergangenen Jahrhunderten an Einfluss gewonnen und Priester und Mönche spielten zu jener Zeit, bis hinein in die Politik des Staates, eine entscheidende Rolle. Mit der Machtergreifung der Mandschu 1644 erlebt China einen erneuten Aufschwung und seine Macht vergrößert sich erheblich. Der letzte chinesische Kaiser und der letzte Kaiser aus der Mandschu Dynastie dankt erst 1911 ab und die Geschichte des kaiserlichen China geht zu Ende.
Das 20. Jahrhundert bringt einen grundlegenden Wandel. Begriffe wie "der lange Marsch", "Volksrepublik China", "Kulturrevolution" und "Viererbande" sind vielen von uns noch im Gedächtnis. Alle haben mit dem Einzug einer neuen Politik zu tun, dem Kommunismus.
Trotz aller wirtschaftlichen Erfolge, die China zu verzeichnen hat, sind viele Regionen Chinas noch immer unterentwickelt und die Menschen leben am Existenzminimum. Nur langsam setzte in den letzten Jahren eine Reformpolitik ein, deren sichtbare Ansätze durch das "Tiananmen-Massaker" vor den Augen der Weltöffentlichkeit wieder zunichte gemacht wurden. Auf Initiative von Deng Xiaping wandte man sich seit 1992 wieder Reformpolitik zu. In der Verfassung wurde der Begriff "Planwirtschaft durch "soziale Marktwirtschaft" ersetzt.
Es wird interessant sein mitzuerleben, wie sich China entwickelt und damit ein grosser Teil der Menschheit, es wird spannend werden zu verfolgen, ob es dem Kommunismus gelingen wird an der Macht zu bleiben oder ob es zu derart gewaltigen Veränderungen kommen wird, die bereits das Ende der Sowjetunion bewirkten.
