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Burkina Faso


Burkina Faso

Burkina Faso - Das Land der Aufrichtigen

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, zeichnet sich heute aber durch eine gewisse Stabilität und die kulturelle Vielfalt der friedlich zusammenlebenden Ethnien aus. Der Name Burkina Faso bedeutet so viel wie "Das Land der ehrbaren Männer" und der offizielle Wahlspruch heisst "Unité, Progrès, Justice" (Französisch; "Einheit, Fortschritt, Gerechtigkeit"). Regelmäßig wiederkehrende Dürreperioden sorgen oft für große Not der hauptsächlich als Bauern lebenden Bevölkerung. Präsident ist seit 1987 Blaise Compaoré, der das Land seit dem Putsch gegen Thomas Sankara semiautoritär regiert und stabile Verhältnisse zugunsten ausländischer Investitionen geschaffen hat. Burkina Faso richtet unter anderem das panafrikanische Filmfestival FESPACO aus, welches alle zwei Jahre stattfindet.


Burkina Faso besteht im wesentlichen aus einem Hochplateau, das zwischen 300 und 500 m hoch liegt und über karge Böden verfügt. Landwirtschaft ist hier nahezu unmöglich oder nur in so geringem Maße, dass die Selbstversorgung der Bevölkerung nicht sichergestellt ist. Im Südwesten hingegen gehen die Regenfälle so ausgeglichen über das Jahr nieder, dass eine landwirtschaftliche Überproduktion möglich ist. In vielen Teilen des Landes wurde über Jahrzehnte eine übermäßige Nutzung des Bodens betrieben, so dass die Böden hier weitestgehend ausgelaugt sind. In letzter Zeit kommen erschwerend noch periodisch auftretende Trockenzeiten hinzu.


Bis 1984 hiess Burkina Faso "Obervolta". Der Name rührt von den drei Volta-Flüssen her, die Schwarzer, Roter- und Weisser Volta genannt werden und in Burkina Faso entspringen. Im weiteren Verlauf vereinigen sie sich dann zum Volta-Fluss. Burkina Faso ist Mossi-Land. Der Volksstamm kam vermutlich im 11. Jahrhundert aus dem Osten und gründete eine Reihe von Fürstentümern zwischen dem Niger und Togo. Ende des 19. Jahrhunderts stellten die Franzosen das Land unter ihre Herrschaft und machten es zu einer Kolonie. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand Obervolta, dass 1960 unabhängig wurde. Nach einer zunächst autoritär geführten Regierung, wechselten in der Folgezeit zivile Regierungen mit militärischen bis der junge Major Thomas Sankara im Jahr 1949 die Macht übernahm.


Keiner ahnte zum damaligen Zeitpunkt, welch markanter Einschnitt dies in der Geschichte des jungen Landes sein sollte. Sankara errichtete eine linksgerichtete Militärdiktatur. Der Staat war von westlicher Entwicklungshilfe abhängig, hinzu kamen Dürreperioden und der neue Machthaber stand vor scheinbar unlösbaren Problemen. Sankara setzte dennoch auf die Landwirtschaft, denn er war der Ansicht, dass die Abhängigkeit der afrikanischen Staaten von den Industrienationen das eigentliche Problem der Armut auf dem schwarzen Kontinent darstellt. Der Agrarsektor bekam absolute Priorität. Ein rigoroser Kampf gegen Bürokratie, Privilegien und Korruption trachten Burkina Faso die gewünschte Erholung. Den kleinen Dörfern im Land ging es zunehmend besser. In den folgenden Jahren wurde in Burkina Faso für sauberes Wasser gesorgt, Bäume gepflanzt, Schulen eingerichtet und Krankenhäuser gebaut. Das "Wir-Gefühl" der Bevölkerung nahm zu und die Erfolge stellten sich ein.


Nach einem Putschversuch im Jahre 1984 ließ der Präsident die Anstifter hinrichten und schockierte damit die Bevölkerung von Burkina Faso. In der Folge mussten mehrere Tageszeitungen im Land ihr Erscheinen einstellen und die Situation wurde, auch aufgrund zunehmender Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierungspartei, immer unübersichtlicher. Thomas Sankara wurde 1987 ermordet und ist seither für viele immer der Hoffnungsträger für Burkina Faso geblieben. Die Situation in Burkina Faso wurde mehr und mehr instabil, Vorwürfe gegen den Präsidenten und die Regierung werden immer lauter und die Armut im Land hat derartige Ausmaße angenommen, dass Burkina Faso heute zu den ärmsten Ländern der Welt zählt.


Burkina Faso ist ein von Traditionen geprägtes Land. Grundlage hierfür sind die 60 verschiedenen Ethnien, die in Burkina Faso gezählt werden. Tanz, Musik, die spezielle Architektur der Dörfer mit den typischen Rundhäusern, die Musik der unterschiedlichen Volksstämme, Feste und Zeremonien und nicht zuletzt die Wahrung dieser Überlieferungen sind ein wichtiges Erbe, das es gilt, der Jugend zu vermitteln. Viele kulturelle Schätze sind nur mündlich überliefert. Dazu gehören vor allem die Musik mit ihren Trommeln, aber auch die Literatur. Hier ist die Problematik, dass vieles, mangels Schriftsprache, nicht aufgezeichnet wurde und ebenfalls der mündlichen Überlieferung unterliegt. So steht zu befürchten, dass das Wissen um diesen Kulturschatz zunehmend verloren geht oder in Vergessenheit gerät.