Brasilien
Brasilien
Brasilien - Regenwald, Weltstädte
und Favelas
Brasilien ist das fünftgrößte Land der Erde. Von Boa Vista im äußersten Norden bis Rio Grande im Süden erstreckt sich das Land über 4300 km. Die West-Ost-Ausdehnung ist nicht weniger imposant und ist ungefähr gleich groß. Dabei werden vier Zeitzonen durchquert. Doch der Europäer verbindet mit Brasilien oft nur die Postkartenmotive wie Rio de Janeiro, die grüne Halle des Amazonas, Traumstrände, den portugiesischen Barock und zahllose Kirchen, Recife, dass auch das 'Brasilianische Venedig' genannt wird und die Favelas, jener Armut Drittel außerhalb der Großstädte Brasiliens, in denen hunderttausende von Menschen in kleinen Hütten und in Armut leben. Auf der anderen Seite wünscht sich jeder einmal an der Copacabana baden gehen zu können. Brasilien ist ein fernes Land, aber durch seine weltberühmten Sehenswürdigkeiten doch so nah.
Das Land trägt gegenüber der Menschheit aber auch eine große Verantwortung. Das Amazonastiefland, was größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde, hat immerhin eine entscheidende Funktion für das Klima und das Ökosystem unserer Erde und sichert unser aller Überleben. Dennoch und trotz des Wissens um die Gefahr und den allgegenwärtigen Klimawandel, wird weiter Kahlschlag betrieben, sei es um das wertvolle Holz des Tropenwaldes zu verwerten oder um neue Weideflächen für Nutztiere zu schaffen. Zahllose Tierarten, von denen wir noch nicht einmal etwas gehört haben, werden ihn die noch unberührten Regionen des Regenwaldes zurückgedrängt, verlieren ihre Nahrungsgrundlage und ihren angestammten Lebensraum und es kommt zu Begegnungen von Tierarten im Regenwald, die sich eigentlich nicht begegnen sollten. Besonders eine Reise von Belem nach Manaus von Ost nach West, die heute von Kreuzfahrtschiffen und einheimischen Booten angeboten wird, zeigt wie geschädigt und reduziert der Regenwald bereits ist - aus Primärwald wurde Sekundärwald und an manchen Stellen ist er bereits völlig den Städten und Dörfern gewichen.
Auch die Bevölkerung zeigt Spuren der langen Geschichte des Landes, die geprägt ist von europäischen Eroberern, dem Kaiserreich, der Republik und Diktatur - all das ist nicht ohne Folgen für die Menschen geblieben. Die Schere zwischen Arm und Reich ist in Brasilien extrem auseinander gezogen, so dass es zu Überfällen, Morden auf offener Straße und sozialen Konflikten aller Art zwischen sehr reichen Wenigen und sehr vielen Armen kommt. Eine Situation, die nicht neu ist. Vielmehr ist ihr Ausgangspunkt in den Spannungen und Gegensätzen die zwischen Herrenhaus und Sklavenhütte schon zu Zeiten der Kolonialherrschaft existierten, zu suchen. Auf der einen Seite goldene Barockkirchen, die den Reichtum weniger belegen auf der anderen Seite unübersehbar weite Favelas, die zu jeder brasilianischen Stadt gehören.
Auch landschaftlich gesehen ist Brasilien äußerst vielfältig das Amazonastiefland, es umfasst 3,6 km², ist das größte tropische Tiefland der Erde. Nördlich davon erhebt sich das Bergland von Guyana. Hier befindet sich der geologische älteste Teil des gesamten Kontinents in der Serra Imeri liegt Brasiliens höchster Berg der Pico da Neblina mit einer Höhe von 3014 m. Südlich des Amazonasbeckens erstreckt sich das brasilianische Bergland, ebenfalls ein sehr altes massiv mit sehr verschiedenen Landschaftsformen. Gernot Osten des Landes ist ein Hochland in einer flachen Wellenform einer durchschnittlichen Höhe von 400-800 m, dass zum Ozean hin in einem etwa 80 km breiten Küstenstreifen abfällt. Hier sind noch einzelne Bergkuppen des Hochlandes zu sehen wie der Zuckerhut und der Corcovado in Rio de Janeiro.
Brasilianische Städte sind in der ganzen Welt bekannt. Sao Paulo zum Beispiel als eine faszinierende Großstadt, der größten Brasiliens mit rund 16 Millionen Menschen. Brasilia, das krasse Gegenbeispiel, ist Brasiliens Hauptstadt und wurde 1957 am Reißbrett entworfen. Hier entstanden bereits zu dieser Zeit futuristische Bauten die bis heute in der Welt ihresgleichen suchen. Viele Touristen Reisen nach Brasilien, um einen Badeurlaub zu verbringen. Neben Rio de Janeiro steht auch Recife für hoch im Kurs, denn hier lassen sich Urlaubsfreuden mit kulturellen Sehenswürdigkeiten verbinden. Dazu gehören die Kirchen des portugiesischen Barock mit ihren Goldaltären, das Küstenstädtchen Olinda und über alle geschäftige Plätze, Vitalität, Musik, Kunsthandwerk und die Farbenpracht eines tropischen Landes. Wer schließlich auf Traumstrände verzichten möchte und zurück in die Geschichte des Landes zu reißen gedenkt, der sollte in den Bundesstaat Minas Gerais fahren. 1699 entstand hier Ouro Preto, eine Stadt in rund 1200 m Höhe liegt und wegen ihrer Profanen- und Sakralbauten Berühmtheit erlangte und von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Und wer Brasilien und seine Schönheiten wirklich kennenlernen will, sollte ein Stück auf dem Amazonas fahren und ein Braslien-Besuch ist sicher nicht vollständig, wenn man nicht die Wasserfälle von Iguazu gesehen hat.
