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Bosnien Herzegowina

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Bosnien-Herzegowina
Der Zankapfel der Geschichte

Bosnien-Herzegowina gliedert sich in den Landesteil Bosnien im Norden und die Herzegowina im Süden. Angrenzende Nachbarländer sind Kroatien, Jugoslawien (Serbien) und Montenegro. Das am 21. November 1995 geschlossene Friedensabkommen von Dayton bestätigt Bosnien Herzegowina als eine unabhängige, demokratisch-föderative Republik, bestehend aus zwei relativ eigenständigen Gebietseinheiten, der Bosniakisch-Kroatischen Föderation Bosnien und Herzegowina und der Serbischen Republik Srpska. Diese im "diplomatendeutsch" gehaltene "Definition" zeigt, wie kompliziert die Entstehung des Landes war, das aus dem ehemaligen Jugoslawien hervorging aber heute wieder die Grenzen einnimmt, die ihm einst vom Berliner Kongress, der 1878 tagte, zugewiesen wurden.

Bosnien Herzegowina ist vorwiegend gebirgig. Lediglich die Posavina mit ihrem fruchtbaren Ländereien und einem Stück der Saveniederungen bilden eine Ausnahme. Bedingt durch die Gebirge, verfügt Bosnien Herzegowina über grosse Rohstoffvorkommen wie Braunkohle, Bauxit, Bleierz, Chorm, Eisenerz, Mangan und Silber. Das Land hat ausserdem einen Zugang zur Adria. Der südliche Teil, die Herzegowina, ist ein eher karges, verkarstetes und dünn besiedeltes Gebiet.



Noch immer hat sich das Land vom Bürgerkrieg und den unruhigen Jahren der jüngsten Geschichte nicht vollständig erholt. Neben den politischen Konflikten, waren einige Auseinandersetzungen in den letzten Jahren auch religiöser Natur und z. T. lokal begrenzt. Die Bevölkerung besteht aus Bosniaken. Sie sind Muslime. Weiterhin leben orthodoxe Serben und katholische Kroaten sowie eine grössere Anzahl von Minderheiten in Bosnien Herzegowina darunter Roma, Slowenen, Albaner, Montenegriner und Juden.

Das heutige Staatsgebiet war schon zu Zeiten der Römer bewohnt und gehörte zur Provinz Dalmatia. Später gehörte es zum Reich der Ostgoten und im 6. Jh. zum Byzantinischen Reich. In der Folgezeit war das Gebiet immer wieder Gegenstand von Streitigkeiten zwischen verschiedenen Ländern, die allzu gerne die Macht über diesen Teil der Region inne gehabt hätten darunter auch Serbien und Ungarn. Erst im 14. Jh. gelang es dem Land sich als Königreich einen bedeutenden Einfluss aufzubauen und seinen Machtbereich auf Serbien und Hum auszudehnen. Später verlor es diese macht wurde im 15.. Jh. osmanisch, blieb aber auch nach dem Ende der osmanischen Epoche als Land vereint. 1908 annektierte das Kaiserreich Österreich-Ungarn das Land trotz der Beschlüsse des Berliner Kongresses von 1878, wo man Bosnien Herzegowina eine Eigenständigkeit zu gesprochen hatte.

Die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo am 28. 6. 1914 löste den Ersten Weltkrieg aus. 1918 wurde Bosnien Herzegowina Teil des neu gegr. Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, des späteren Jugoslawien.



Im Zweiten Weltkrieg wurde das Land zum Zentrum des jugoslawischen Widerstands und ab 1946 Teil des von Tito mit eiserner Faust regierten Jugoslawien. Nach dem Zerfall Jugoslawiens wurden 1990 Parlamentswahlen abgehalten und die Abgeordneten des neuen Parlaments erklärten am 19. Dezember 1992 Bosnien Herzegowina zu einem souveränen Staat obwohl die serbischen Volksvertreter bis zuletzt Widerstand leisteten. Ihre Reaktion war die Ausrufung einer Serbischen Republik unter Radowan Karadzic. Trotz internationaler Anerkennung des Landes folgte ein blutiger Bürgerkrieg. Erst nach dessen Ende und langwierigen Friedensverhandlungen und erneuten, immer wieder auflammenden, Konflikten, konnte unter Mitwirkung der internationalen Völkergemeinschaft das Friedensabkommen von Dayton erreicht werden, das unter Wahrung der stattlichen Einheit Bosnien Herzegowina bestätigte.