Bhutan
Bhutan
Bhutan – Das abgelegene Drachenreich
Das 'Drachenreich' so heisst der Name Bhutan ins Deutsche übersetzt, war lange Zeit verschlossen und nur wenigen war es möglich das Land zu besuchen. Bhutan grenzt im Norden an Tibet, im Osten, Süden und Westen an Indien und gehört zu den gebirgigsten Ländern der Welt. Von den Niederungen des Tieflandes um die Flüsse Ganges und Brahmaputra steigt Bhutan auf eine Höhe von 600 bis 1500 m an und geht dann in den Vorderhimalaja über und Höhen zwischen 2500 und 5000 m. Die höchsten Gipfel des Landes liegen bei 7550 m.
Bhutan wird als ein streng buddhistisches Land in seinem Tun und Denken bis hinein in den Alltag des kleinen Mannes von der Religion bestimmt. Rund 70% der Menschen bekennen sich zum Buddhismus, der auch Staatsreligion ist. Die nächst grössere Religionsgemeinschaft ist der Hinduismus gefolgt vom Islam.
Daß Bhutan noch heute ein Land der Klöster ist, kann auf die Tatsache zurückgeführt werden, dass es indische Missionare waren, die im 8. Jh. die Religion ins Land brachten, dass bis dahin hinduistische gewesen war. Die Einflüsse Tibets wurden in der Folge immer stärker und im 12. Jh. bereits erklärte man den Bhuddismus zur Staatsreligion.
Der Staat erhielt bereits im 17. Jh. den bis heute gültigen Namen Druk Yul (Land der Drachen). Nach dem erfolgreichen Abwehren tibetisch-mongolischer Eroberungsversuche teilte man die Macht zwischen einem geistlichen Führer und einem weltlichen Herrscher auf, was zur Folge hatte, dass das Sagen im Lande in Wirklichkeit die Lamas (Priester) hatten, denn sie kontrollierten alles, was eigentlich in die Aufgabenbereiche des Staates fiel schon nach kurzer Zeit.
1772 begann schliesslich ein fast einhunder Jahre andauernder Grenzkonflikt mit der britischen Ostindien-Kompanie. Zwischen 1826 und 1865 verstärkte Grossbritannien seine Bemühungen, seine Macht in Bhutan auszuüben, was mit der Okkupation von Dwangiri und einiger anderer Gebiete auch gelang.
1907 gelangte ein Stadthalter an die Macht und wurde zum König gewählt – natürlich mit britischer Unterstützung. In der Folger erkannte Grossbritannien die Unabhängigkeit Bhutans an. Immer wieder kam es in den folgenden Jahrzehnten zu Anschlagversuchen und Attentaten auf den König oder hohe Würdenträger der Regierung, bis ab 1964 die gesamte Macht auf den König übertragen war. Politische Parteien wurden verboten und die Macht der Lamas beschnitten.
Weitere Attentate folgten und das Land schottete sich nach aussen hin ab. Politische Unruhen 1990, Vertreibungen und die Beschneidung seiner eigenen Befugnisse durch den König selbst folgten bis 1998.
Um die Einführung einer Verfassung und die Abgabe der Macht an den Thronfolger gab es bis ins Jahr 2008 Unklarheiten und Verwirrungen.
Bhutan achtet bis heute streng auf die Wahrung der Traditionen und der religiösen Riten und Zeremonien. Nach wie vor sind Fakten Mangelware und ausgedehnte Reisen durch das Land eher eine Seltenheit obwohl die Regierung sich die Förderung des Tourismus in jüngster Zeit wieder auf die Fahnen geschrieben hat.
