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Bangladesch


Bangladesch - Das unruhige Bengalen

Bangladesch grenzt im Süden an den Golf von Bengalen, im Westen, Norden und Osten an Indien und im Südosten an Birma. Immer wieder findet man das Land in den Schlagzeilen, da ein Grossteil des Landes von den Flüssen Ganges und Brahmaputra beeinflusst ist und rund Zweidrittel der Bevölkerung im Mündungsdelta der beiden Flüsse liegen.

Durch die zunehmende Abholzung des Waldes sind diese Teile des Landes regelmässig Schauplatz von Überschwemmungen, da der Monsun und die Scheeschmelze im Himalaya nicht selten zu einem Zusammentreffen gewaltiger Wassermassen führen, die sich alljährlich in die Deltaebenen ergiessen. Dazu kommen noch heftige Monsun-Regenfälle bis zu 5000 mm im Jahr und tropische Wirbelstürme an der Küste.

Die bengalische Bevölkerung hat zwar im Laufe der Zeit gelernt mit dieser Bedrohung umzugehen und weis um die Gefahren, aber Armut, eine schlechte medizinische Versorgung, eine in weiten Teilen nicht exsistente oder stark beschädigte Infrastruktur, erschwerden den Umgang mit den Naturgewalten und machen eine Versorgung der Betroffenen oder vorbeugende Massnahmen unmöglich. Immer wieder kommt es andererseits auch zu Dürrekatastrophen im Land, wenn der Monsun einmal verspätet einsetzt oder in Regionen ganz ausbleibt.


Bangladesch ist ein jungen Staat und ein Resultat aus der 1947 erfolgten Teilung Indiens. Der von Musilimen bewohnte Teil Bengalens, noch heute bekennen sich 87% der Menschen zum Islam, wurde im Zuge dieser Teilung Pakistan zugeschlagen. Das bis 1971 als Ostpakistan bezeichnete Gebiet wurde mit Indiens Hilfe am 26. März 1971 zur Repubik Bangladesch.

Das Land war von nun an durch eine instabile Lage und mehrere z. T. blutige Millitärputschs gekennzeichnet und kam nicht zur Ruhe. Die Folge waren Korruption, Armut und ein weiterer wirtschaftlicher Niedergang. Selbst nach den 1990 durchgeführten Parlamentswahlen ist das Land weiter von Unruhen, Spannungen und Generalstreiks geschüttelt.


Reisen durch Bangladesch ist schwierig oder teilweise völlig unmöglich. Da der ursprüngliche Waldbestand weitgehend vernichtet ist, sind die ausgedehnten Mangrovengebiete in den Deltas im Süden des Landes und die Gebirgsregionen im Norden noch am interessantesten, aber selbst hier sind die Schädigungen der Natur teilweise so weit forgeschritten, daß dies ausgenscheinlich ist.