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Armenien


Armenien – Land am Schnittpunkt der Kulturen

Viele Male stand das Gebiet des heutigen Armenien im Fokus auswärtiger Eroberer, die sich das Areal im südlichen Kaukasus allzu gerne aneignen wollten. Diese Vorgänge wurden stets durch Konflikten begleitet, politisch wie militärisch. Besonders nachdem sich Russland 1828 des Gebietes bemächtigt hatte und bis in unsere Tage hinein, wurde das Land im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder hin und hergeworfen. Ungeachtet der Tatsache, dass Armenien bereits seit dem 3. Jhd. den christlichen Glauben angenommen hatte, oder gerade auf Grund dieses Umstandes, stand es stets zwischen Slawen und Römern, Persern, Arabern und den Mongolen und war in ständiger Gefahr von einer dieser Ethnien erobert zu werden. Der Konflikt um die Exklave Berg-Karabach mit Aserbaidschan hat das Land fast völlig isoliert. Selbst der Waffenstillstand von 1994 konnte nicht verhindern, dass es bis heute immer wieder zu Zwischenfällen an der Grenze zur Exklave kommt.

Reste von vorchristlichen Bauwerken gehören ebenso zu Kulturschatz Armeniens wie die zahlreichen christlichen Kirchen. Die berühmte armenische Architektur zwischen dem 7. und dem 13. Jh. belegt anschaulich die künstlerische Vielfalt jener Epochen. Der überwiegende Teil des Landes liegt mehr als 1000 m hoch und ist sehr gebirgig mit einer höchsten Erhebung, dem Berg Aragac, von 4090 m. Der Vulkan ist erloschen und liegt im Nordwesten Armeniens. Der heilige Berg Ararat, auf dem einst die Arche Noah gestandet sein soll, ist zwar von Armenien aus zu sehen, liegt aber auf der anderen Seite der Grenze in der Türkei. Obwohl Armenien im Laufe der Geschichte immer wieder sehr unruhige Zeiten und auch Kriege erlebt hat, erkennt man heutzutage immer mehr die Bedeutung des Landes an der Schnittstelle zwischen der asiatischen und europäischen Kultur. Davon zeugen mehrere Tausend Bauwerke, Ruinen, archäologische Ausgrabungsgebiete und auch überlieferte Bräuche.


owohl der Norden als auch der Süden Armeniens halten bemerkenswerte Kunstwerke und Landschaften bereit. Sei es die Festung Amberd in 2300 m Höhe, die Kathedrale von Odzun aus dem 6. Jh. oder das dem Weltkulturerbe der Unesco zugerechnete Kloster Haghpat, sei es das Kloster Noravank oder die Festungen Baghaberd und Halidzor.