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Angola (Land, Kontinent: Afrika)
Angola – Eine Reise durchs Land der Bantu
Der große Staat Angola an der Südwestküste Afrikas grenzt im Süden an Namibia, im Osten an Sambia und an die Demokratische Republik Kongo (ex-Zaire) im Norden. Die Küstenexklave Cabinda ist durch ein schmales Gebiet des Kongo von Angola getrennt und grenzt im Norden an Kongo (Brazzaville). Angola, das siebtgrößte Land Afrikas, ist fast viermal so groß wie Deutschland. Das Land kann von Westen nach Osten in drei große Landschaftsräume unterteilt werden: ein flaches Küstentiefland, eine Übergangszone und schließlich die weiten Hochflächen des Landesinnneren. Von der schmalen Küstenniederung steigt Angola zu einer Hochebene an, die den größten Teil des Landes ausmacht. Im Süden ist das Hochland flach und in der Mitte Angolas wird es bergig. Angola als das Land der Bantu zu bezeichnen ist nicht übertrieben, denn es sind drei Bantu-Volksgruppen, die im Land den grössten Teil der Bevölkerung stellen. Zahlreiche kleinere Ethnien gibt es in Angola von denen die Ovimbundu, die Kimbundu und die Ganguela die grössten sind. Obwohl noch immer mehr als 30% der Menschen Naturreligionen angehören haben die Missionare beider christlicher Konfessionen ganze Arbeit in Angola geleistet. Der Anteil der Katholiken beträgt 55%, Protestanten sind 10%.
Die politische Macht konzentriert sich in Angola auf die Person des Präsidenten, den Ministerpräsidenten und die Minister. Dennoch wird die Verfassung von 1992 immer wieder "gebeugt" und ist kein Instrument, auf das sich alle Bürger des Landes berufen können. Angola ist ein durch lang anhaltenden Bürgerkrieg geschwächtes Land und die Mehrheit der Menschen ist arm. Dazu kommen noch knapp 2 Mio. Flüchtlinge, eine fehlende Struktur in der Verwaltung, eine schlechte medizinische Versorgung und nicht zuletzt eine überaus schlechte Ausstattung der Schulen. Seit dem Frieden 2002 wurden große Anstrengungen unternommen, um die Situation zu verbessern. Dennoch ist Angola kein armes Land. Es verfügt neben Erdöl und Diamanten auch über Uranvorkommen und somit über eine Fülle von natürlichen Ressourcen. Neben Kaffee und Zuckerrohr exportiert man auch Kokosöl sowie Kakao. Bei den niedrigen Weltmarktpreisen der letzten Jahre für diese Produkte verlieren sie aber immer mehr an Bedeutung für das Bruttosozialprodukt des Landes. In Luanda, der Hauptstadt, ist die alte portugiesische Festung São Miguel, in der sich ein Armeemuseum befindet, und das Völkerkundemuseum sehenswert. Die immer noch zahlreichen Kolonialbauten sind oftmals in einem beklagenswerten Zustand und wirken an vielen Stellen morbit, zeugen aber doch vom verschwundenen Glanz der alten Hafenstadt. Ein dunkles Kapitel der Geschichte Angolas ist die Sklaverei, die durch die Europäer in diesen Teil Afrikas kam.
Aus dem Bereich der Kunst sind sowohl Musiker von Weltrang als auch Literaten aus dem Land hervorgegangen. Besonders bemerkenswert ist die Schnitzkunst, deren wichtigste Vertreter die Chokwe sind, ein Volkgruppe der Bantu. Sie leben vorwiegend in Angola, daneben in der Demokratischen Republik Kongo und in Sambia. Ebenso bekannt sind die handgefertigten Masken aus dem Osten des Landes, die meist für religiöse Zwecke hergestellt werden. Die Gesichtspartien dieser Masken wurden entweder aus Harz modelliert oder aus Holz geschnitzt.
