anden
Anden
Das mächtige Gebirge entstand, als sich vor Millionen von Jahren die ozeanische Platte unter die kontinentale Erdkruste schob. Während dieser gigantischen Prozesse entstanden sich einander überlagernde Falten. Die Hebung des Gebirgsblocks im Anschluss an die Faltungsphase an der Westküste Südamerikas ist verantwortlich für die gewaltigsten Höhenunterschiede der Erde. Noch immer ist der Vulkanismus in den Anden allgegenwärtig und die Menschen sind ständigen Bedrohungen durch Erdbeben, Hitze, Kälte, Überschwemmungen und Vulkanausbrüche ausgesetzt. Vor allem Erdbeben deuten auf Spannungen in der Erdkruste hin, die es in den Anden bis heute noch gibt und die sich in plötzlichen Erdstößen entladen können.
Trotz der riesigen Bergmassive gehören einige Regionen der Anden zu den trockensten der Welt und erhalten wenig oder fast gar keinen Niederschlag so zum Beispiel die Atacamawüste im Norden Chiles. Diese Wüste entstand, wie viele der Küstenwüsten entlang der Westküste Südamerikas, weil der kalte Humboldtstrom, eine Meeresströmung aus der Antarktis bis hierher reicht und verhindert, dass feuchte Luft vom Pazifischen Ozean die Küstenregionen beeinflusst.
Die Anden haben ein kompliziertes Klimasystem, das sich aber, abgesehen von Gegenden mit einem eigenen Mikroklima, grob in 3 Bereiche einteilen lässt: Bis in eine Höhe von etwa 1000 m spricht man von der Tierra caliente (heißes Land). Hier findet man immergrüne tropische Regenwälder und ein feuchtheißes Klima mit zahlreichen Regenfällen. Es folgt bis in eine Höhe von etwa 2200 m die Tierra templada (gemäßigtes Land). Bis auf 3700 m erstreckt sich die Tierra fria (kaltes Land). Selbst in dieser Höhe findet man, aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, noch immer Nebelwälder, die zu den Naturschätzen der Anden zählen. Die Regionen oberhalb von 4000 m werden Tierra helada (als Land) genannt. Hier gibt es kaum oder gar keine Vegetation und Regionen mit Gletschern und ewigem Eis bedecken weite Teile der Andengipfel und sind eines der wichtigsten Süßwasserreservoirs der Erde.
In jeder Hinsicht stellen die Anden für Mensch und Tier sowie für die Pflanzenwelt einen extremen Lebensraum dar, an den sich die meisten Geschöpfe in der Natur aber auch der Mensch im Laufe seiner Entwicklung angepasst haben.
