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Algerien (land, Kontinent: Afrika)



Algerien – Das grosse Land der Wüste Sahara

Algerien ist das zweitgrößtes Land Afrikas. Es gliedert sich in vier, von der Größe her, sehr unterschiedliche Gebiete. Im Norden, entlang der Mittelmeerküste, erstreckt sich die schmale Ebene des Tell-Atlas. An der südlichen Grenze der Küstenebene sind weite Gebirgszüge mit hohen Reliefs zu beobachten: zwei wichtige Gebirgsketten, die in Ost-West-Richtung parallel zur Küste verlaufen. Im Norden ist es der Tell Atlas, im Süden bestimmt der Sahara-Atlas die Landschaft. Zwischen den beiden Gebirgszügen liegt ein wüstenhaftes Hochland.
Südlich vom Sahara-Atlas beginnt die Sahara, die 80 % der Landesfläche einnimmt.

Der größere Teil der Sahara besteht aus Kieswüsten und Felsenplateaus. Zwei ausgedehnte Sandgebiete bilden zugleich die wichtigsten Sandgebiete der ganzen Sahara. Im Süden der Sahara erstreckt sich das Hoggar-Massiv, ein Gebirgszug mit Basaltplateaus zum Teil aus vulkanischen Gesteinen.

70% der Bevölkerung sind Araber, 30% sind Berber der verschiedensten Stämme. Somit hat Algerien eine sehr homogene Bevölkerungsstruktur aufzuweisen. Über die Hälfte der Algerier lebt in Städten und die deutliche Mehrheit der Bevölkerung im Nordteil des Landes.



In der Geschichte waren es die Berber, die weit versteut über die heutige Landesfläche das Land besiedelten und am Besten mit den extremen Bedingungen in den Gebirgsregionen und in der Wüste zurecht kamen. Unter diesen Stämmen sind besonders die Tuareg im Osten Algeriens zu nennen. Selbst wenn man nur kurz in den Verlauf der Geschichte des Landes schaut begegnet man Ereignissen und Namen, die weltgeschichtliche Bedeutung haben und aufzeigen, welch bedeutende Stellung das Land als Mittelmeeranrainer im Lauf von Jahrtausenden hatte. Ausgehend von den Handelsbasen der Phönizier an der Mittelmeerküste war es in der Folge das Königreich Numidien, das die Geschicke im heutigen Algerien lenkte. Der dritte Punische Krieg muss in diesem Zusammenhang ebenso erwähnt werden, wie die römische Provinz Numidia-Mauretania, die Vandalen, die Byzantiner, die Christen und hier der bedeutende Kirchenlehrer Augustinus.

Um die Mitte des 7. Jh. stießen die Araber in den Maghreb vor. 697 eroberten sie einen Großteil des heutigen Algerien. Die Bevölkerung wurde in der Folge größtenteils islamisiert. Im 8. Jh. kam es wiederholt zu Aufständen der Berber gegen die arabischen Eroberer und mehrere Berberstämme des Atlasgebirges wurden unabhängig.

 

Das 11. Jhd. lässt uns über die Almoraviden und Almohaden lesen, die ihre Eroberungszüge bekanntlich bis auf die Iberische Halbinsel fortsetzen und dort berühmte Kalifate gründeten und Höhepunkte ihrer Kultur in Städten wie Malaga, Granada und Cordoba hinterliessen.

Zu Beginn des 16. Jhd. geriet das Land, nach versuchen der Spanier hier Fuß zu fassen, unter die Macht des osmanischen Reiches und war nach seiner Unabhängigkeit nach 1711 als Heimstatt von Seeräubern verschrien. 1830 begannen die Franzosen mit der Eroberung des Landes und der Bekämpfung der Piraterie. Die einheimischen Bauern wurden, trotz heftiger Gegenwehr, von ihren Ländereien in weniger fruchtbare Gebiete vertrieben. Um die Jahrhundertwende eroberten die Franzosen auch die Saharagebiete Algeriens und es wurde ein Département Frankreichs.


Im September 1947 wurde allen Algeriern die französische Staatsbürgerschaft zuerkannt (Algerien-Statut). In den folgenden Jahren entwickelte sich in Algerien eine starke Unabhängigkeitsbewegung und der blutig geführte Kampf endete mit der Loslösung von Frankreich am 18. März 1962. Seither ist das Land von Phasen der relativen Ruhe und Zeiten heftiger politischer Unruhen gekennzeichnet.

 

Die aktuelle politische Lage lenkt den Blick nach wie vor von den Schönheiten und den historischen Sehenswürdigkeiten Algeriens ab. In verschiedenen Regionen des Landes sind immer wieder Terrorakte ja sogar Krieg zu verzeichnen. In der östlich von Algier gelegenen Region Kabylei ist es seit April 2001 zu Unruhen gekommen, die zahlreiche Opfer und grossen Sachschaden zur Folge hatten. Im Zusammenhang mit diesen Unruhen wurden auch in Algier Grossdemonstrationen durchgeführt, die teilweise in Ausschreitungen mündeten. Im Frühjahr 2003 sind im Süden des Landes mehrere Touristengruppen entführt worden und auch in jüngster Zeit wurden in Algerien wieder Menschen entführt. Das Entführungsrisiko besteht weiterhin in ganz Algerien. Ausserdem hat die radikalislamistische algerische Gruppe GSPC (Groupe salafiste pour la prédication et le combat) mit Anschlägen gegen westliche Einrichtungen gedroht. Von Touristenreisen nach Algerien wird daher regelmässig vom Auswärtigen Amt in Berlin abgeraten.