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Albanien (Land, Kontinent: Europa)




Albanien – Das 'andere' Europa

Albanien, ein Land in Europa und dennoch ein Entwicklungsland. Eigentlich kann es oder sollte es das nicht geben, so denkt man als Europäer unwillkürlich. Aber Albanien entzieht sich der Beurteilung mit herkömmlichen Maßstäben. Es ist reich an Bodenschätzen und dennoch hoch verschuldet. Die Analphabetenrate ist nach wie vor sehr hoch und trotz eines uralten Rechtssystems ist die Kriminalität im Land weit verbreitet.
Obwohl es viel zu sehen gibt, sind Touristen, bedingt durch die nach wie vor schwierige Lage in Albanien, selten. Selbst wenn man in die Hauptstadt Tirana kommt, die bereits einen sehr modernen Eindruck macht, merkt man etwas davon, daß Albanien immer noch anders ist. Tirana hat mit all seinen Vororten 895.042 Einwohner und dennoch fühlt man sich als Besucher in machen Randgebieten der Stadt wie auf dem Land.
Mehr als zwei Drittel des Staatsgebiets werden von Bergland und zum Teil von Hochgebirgsregionen eingenommen. Vom Shkodrasee im Norden bis nach Vlora im Süden erstreckt sich eine zum Teil nur wenige Kilometer breite Schwemmlandebene entlang der Küsten.


Rund ein Drittel der Fläche Albaniens ist bewaldet. Im raueren Hochalbanien kommen noch Wölfe, Bären und Adler (Wappentier) vor.


Die Albaner verstehen sich selbst als Nachfahren der Illyrer. Vom Römischen Reich unterworfen, aber als tapfere Krieger geschätzt, begann im 1. Jhd. n. Chr. die lange Zeit der Fremdherrschaften und Besatzungen. 1389, nach der verlorenen Schlacht auf dem Amselfeld, bei der Albaner und Serben gemeinsam gegen die Türken kämpften, begann die Islamisierung des Landes. Auch der Befreiungskampf unter dem Nationalhelden Skanderbeg konnte die nun folgende 500jährige Besatzung nicht verhindern.


Eine bewegte und vor allem nicht immer gewaltfreie Geschichte begleitete das Land durch das 19. und 20. Jh. In Glaubensfragen sind Albaner, vor allem Jugendliche, heute aber äußerst tolerant und offen.
Albanien ist auch ein Land der Minderheiten. Die kleinste Gruppe sind die Montenegriner mit rund 1000 Menschen im Nordwesten des Landes bei Shkodra. Darüber hinaus gibt es Vlachen, Mazedonier und Griechen. Die Roma stellen rund 3% der Bevölkerung des Landes.

 


So bezeichnen sich rund 40 % der Albaner als Sunniten, 20 % als Bektaschi, 20 % als orthodoxe Christen und etwa 10 % als Katholiken. Die restlichen 10 % sind Atheisten oder gehören anderen Religionen - insbesondere christlichen Freikirchen - an.


Der besondere Reiz Albaniens für Individualtouristen liegt in der Abwesenheit des Massentourismus und der relativen Unberührtheit. Dafür erlebt man als Besucher die Freundlichkeit der Menschen auf dem Land – hier leben 70% der Gesamtbevölkerung - und historische Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit ebenso wie aus der Zeit des Nationalhelden Skaderbeg und des 18. Jhds.
Aber diese "relative Unberührtheit" bezieht sich leider nicht auf die Umwelt. Albanien ist nach wie vor das Land Europas mit der höchsten Umweltverschmutzung, die trotz vermehrter Anstrengungen bisher nicht unter Kontrolle ist. In Tirana und Durazzo (Dürres) an der Adria kommt der Tourismus in letzter Zeit doch etwas mehr in Schwung, bedingt vor allem durch Kreuzfahrtschiffe, die hier anlegen, um die histoirschen Stätten um den Nationhalhelden und die Hauptstadt Tirana zu besuchen.