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Afghanistan (Land / Kontinent: Asien)



Afghanistan – Land zwischen den Fronten

Schon in der Antike lebten stets mehrere Völker auf dem Staatsgebiet des heutigen Afghanistan. Das Kuschan-Reich im Osten und die Parther und Sassaniden im Westen. Häufige Machtwechsel prägten schon immer den Verlauf der Geschichte des Landes und häufige Instabilitäten waren die Folge. Einer Blütezeit nach der Einführung des Islam folgte ein Angriff der Mongolen im 13. Jhd. und das türkisch-persische Timuriden-Reich zeitweilig mit Herat als Hauptstadt nach dieser Phase eines kurzen Aufschwungs.


Stets waren die politischen Gegebenheiten im Land auch von Konflikten verfeindeter lokaler Stämme und Volksgruppen gekennzeichnet, deren Führer sich gern als Kriegsherren bezeichneten. Afghanistan war uns ist bis heute ein Land zwischen den Fronten.


Der Naturraum Afghanistans wird im wesentlichen vom zentralen Hindukusch bestimmt, dessen Hochebenen sich auf 2-3000 m Berghöhe befinden und dessen Gipfel bis zu 7000 m sind. Während sich im Süden ausgediente Wüsten und Salzsümpfe erstrecken, hat der Norden Anteil am Tiefland von Turan. Der Ostteil des Landes kann im Sommer von Monsunregen profitieren, während der Rest des Landes von extremen Temperaturschwankungen geprägt ist. Der Trockenheit des Kontinentalklims mit Temperaturen nicht selten um die 40 °C im Sommer, steht ein oft langer und harter Winter mit bis zu -25 °C gegenüber. Allgemein Niederschläge gering.


Landwirtschaft kann durch diese extremen Verhältnisse nur auf einem kleinen Teil der Landesfläche betrieben werden. Die Menschen sind meist Selbstversorger soweit es ihnen möglich ist. Der Kyber-Pass ist nach wie vor die wichtigste Verbindung zwischen Afghanistan und Pakistan. Die Bevölkerung ist vorwiegend in Beckenlandschaften und Hochtälern angesiedelt.


Die Angaben zur Einwohnerzahl schwanken durch die jahrelang sehr instabile politische Lage extrem und sind sehr ungenau. Die Zahlen liegen zwischen 25 und 30 Mio Menschen. Davon sind rund 40% Paschtunen, 30% Tadschiken, 20% Hazara, 5% Usbeken, außerdem Aimak, Nurestani, Belutschen, Turkmenen und Kirgisen. Die Paschtunen gehören der indo - europäischen Völkergruppe an. Dieses Volk bekennt sich zur sunnitischen Richtung des Islam. Ihre Sprache, das Paschtu zählt zur iransich-persischen Sprachengruppe. Die Mehrzahl von ihnen lebt seit vielen Jahrhunderten als Viehzüchter, Nomaden und Händler.

Die Hazara sind mongolisch-osttürkischer Abstammung. Hazara bedeutet „tausend“. Alle sprechen einen Dialekt des Persischen und bekennen sich zur schiitischen Glaubensrichtung des Islam. Das Hauptsiedlungsgebiet ist das zentrale Hochland. Obwohl Afghanistan seit neunzehnhundertsechsundvierzig Mitglied der UNO ist, war die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts von andauernden politischen Unruhen und Instabilität gekennzeichnet. Seit dem Einmarsch sowjetischer Truppen 1979, dem anschließenden Bürgerkrieg und der Eroberung Kabuls und die Ausrufung eines islamischen Staates durch die Taliban, entwickelte sich Afghanistan zu einem der ärmsten Länder der Erde.


Afghanische Frauen führten im Reich der Taliban ein verborgenes Leben. In Afghanistan durften die Frauen nicht von männlichen Ärzten behandelt werden. Wenn sie das taten, dann wurden sie mit 100 Peitschenhieben bestraft. Mädchen war verboten zur Schule zu gehen. Damit verbannte das Regime Frauen defacto aus dem öffentlichen Leben.


Im Jahr 2001 begannen, als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September des gleichen Jahres in den USA, amerikanisch-britische Militäraktionen, deren Ziel der Sturz des Talibanregimes war. Nach dem Ende der Taliban lebt das Land heute mit dem, in der früheren Deutschen Hauptstadt, Bonn, unterzeichneten Petersberg-Abkommen, das vorläufige Regelungen bis zum Wiederaufbau dauerhafter staatlicher Institutionen in Afghanistan enthält. Dieser Prozess wird durch ein UN-Mandat, unter dem auch deutsche Soldaten i dem Land ihren Dienst tun, und internationaler Wiederaufbauhilfe gestützt. Bis heute ist jedoch die Lage in Afghanistan sehr instabil.